Skandal: Langsame Bayern brauchen 96 Minuten zum Ausgleich

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Ist das schön? Endlich gibt’s mal wieder Skandale am laufenden Band in der Liga. Nach den eher unschönen Ultra-Dramen aus der BVB-Ecke (was für ein Elend am Samstag vor leerer Südkurve), hat sich nun auch der Rekord- und Überhauptmeister zu Wort gemeldet. Kann ja nicht sein, dass nur die anderen Clubs für Aufsehen sorgen. Also: Bayern München hat am Samstag 96 Minuten gebraucht, um ein Remis gegen Hertha BSC zu erzielen – und Fußball-Deutschland schäumt.

Wenn’s mal wieder länger dauert

Nach dem lockeren 5:1-Sieg im Achtelfinal-Hinspiel der Königsklasse gegen Arsenal, lief es im Liga-Match gegen Berlin mal wieder ziemlich zäh für die Münchner. Und lange, SEHR lange sah es nach einer Niederlage aus, doch dann zog sich das Spiel und zog sich und zog sich weiter und selbst als die üppige Nachspielzeit abgelaufen war, zog es sich immer noch. Dann gab’s einen (unstrittigen) Freistoß für die Bayern und Lewandowski glich zum 1:1 aus – und dann pfiff der Schiri ab. Und das weitere Elend nahm seinen Lauf. Wütender Protest von Berliner Seite, Spuckattacken gegen Ancelotti, der streckt den Mittelfinger aus … hach, endlich rührt sich wieder was.

Die Einsamkeit vor dem Tor

Oder eher vor der Südtribüne. Der BVB musst nämlich am Samstag tatsächlich ohne die 25.000-Mann-starke gelbe Wand spielen. Die Stimmung war wohl einigermaßen merkwürdig im Stadion, die Spieler aber wie befreit. Nach den eher übersichtlichen Auftritten der letzten Zeit (vor allem die peinliche und komplett unnötige Champions League-Niederlage gegen Benfica Lissabon – 0:1) machten sie mit Wolfsburg kurzen Prozess. 3:0 – zackbummausdiemaus. Vielleicht zukünftig immer ohne die Wand?

Sächsisches Jagdfieber

Der Jagdeifer der Leipziger Bullen wirkte bei den letzten Spielen auch ein wenig gedämpft (kein Wunder, wenn man an die schwarz-gelben Idioten denkt), doch gestern waren sie wieder voll da und besiegten Borussia Mönchengladbach mit 2:1. Der Abstand zu den Bayern beträgt damit „nur“ noch fünf Punkte.

Und sonst so?

Ansonsten war’s ein eher durchschnittlicher Spieltag mit einigen milden Überraschungen, aber weitgehend business as usual: Augsburg unterliegt Leverkusen mit 1:3, Mainz verliert gegen Bremen mit 0:2, genau wie die Frankfurter Eintracht gegen Ingolstadt. Köln und Schalke trennen sich mit einem 1:1, Hamburg und Freiburg mit einem 2:2 und Hoffenheim kennt keine Gnade für die letztplatzierten Darmstädter – 2:0.

 

Das Phantom der Liga

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Gibt es ein Fußball-Phantom?

Seid ihr auch so ratlos wie wir? Man weiß ja schon gar nicht mehr, worüber man schreiben soll – will man nicht in ein endloses Lamento einsteigen, wie langweilig und merkwürdig der teutonische Fußball derzeit ist. Doch es ist nicht schönzureden, irgendwie ist in der Bundesliga derzeit so richtig gepflegt der Wurm drin – und zwar überall. So dass man fast auf die Idee kommen könnte, ein übersinnliches Wesen treibt sein Unwesen. An Donald Trump kann es (hoffentlich) nicht liegen, aber ein Phantom scheint immer nicht mehr abwegig zu sein.

Pokal

Kleine Rückschau auf die Achtelfinal-Partien des DFB-Pokal-Wettbewerbs. Dort hat das Phantom sogar einen Namen. Es ist eine Dame heißt Lotte! Sportfreunde Lotte, um es zu präzisieren, und nein, Frauen spielen keine mit. Aber kernige Kerle, die reihenweise die Favoriten aus dem Wettbewerb kegeln (Bremen, Leverkusen) – jetzt hat es 1860 München getroffen. Da war die Überraschung vielleicht nicht ganz so groß. Im Viertelfinale gibt’s aber wieder einen dicken Brocken: der BVB (dazu gleich mehr, viel mehr) kommt zu Besuch und dem Vernehmen nach, fürchtet man sich in Dortmund jetzt schon.

Beim BVB läuft es ja überhaupt recht ungeschmeidig. Holprige Spiele, Stress mit den Fans (um es milde auszudrücken), einen wütenden Trainer und eine verunsicherte Mannschaft. Im Achtelfinale musste Schwarz-Gelb gegen die Hertha ran – und gewann mühsam und knapp im Elfmeterschießen.

Ansonsten sind weiter: FC Bayern (minimalistischer 1:0-Sieg über Wolfsburg), Eintracht Frankfurt (2:1 über Hannover), Schalke (4:1 gegen Sandhausen), Gladbach (2:0 über Fürth), Bielefeld (Elfmeterschießen gegen Walldorf) und der HSV (2:0 gegen den Effzeh). In zwei Wochen geht’s schon weiter mit den Viertelfinals.

Liga

In der Bundesliga ist das Phantom dagegen nicht so einfach auszumachen. Womöglich ist es auch nicht nur eines, sondern mehrere. Eines könnte „Problem-Fans“ heißen und vor allem in Dortmund spuken. Nachdem aggressive BVB-Ultras am 19. Spieltag Leipzig-Fans und Polizeibeamte attackiert und im Stadion charmanteste Banner über die Südtribüne gespannt haben, sollte es am Wochenende beim Auswärtsspiel in Darmstadt wieder richtig schön und gut werden. Ein Sieg war ohnehin eingeplant (Hallo, Darmstadt?! Einsames Tabellenschlusslicht, das dürfte doch wohl kein Problem sein!), doch es sollte auch stimmungsvoll und gefühlig werden. Nun ja, irgendwie war es das auch. Nachdem die Frankfurter Polizei lange vor dem Spiel 90 Prügel-Ultras aus dem Verkehr gezogen hat, war zumindest für den Frieden einigermaßen gesorgt. Und stimmungsvoll und gefühlig wurde es dann auch – für die Anhänger der Lilien. Darmstadt gewann die Partie mit 2:1, und sogar Thomas Tuchel sprach von einer verdienten Niederlage. Autsch. Ach ja, das Elend geht weiter, denn das Heimspiel gegen Wolfsburg müssen die Dortmunder ohne ihre Südkurve bestreiten. Wird sicher SEHR stimmungsvoll werden …

Ein weiteres Phantom könnte „Angst vor Erfolg“ heißen. Unbeeindruckt davon sind nur die Bayern, die zwar den schlechtesten Fußball seit Michael Ballacks aktiver Zeit im Verein spielen, aber effizient sind wie eh und je. 89 Minuten tun sie einfach gar nichts (doch, sie schonen sich aktiv für das kommende Champions League-Spiel), dann knallen sie den Gastgebern in Ingolstadt zwei Last-Minute-Tore rein – und sind jetzt wieder mit komfortablen sieben Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze.

Bei den Verfolgern läuft es nämlich gar nicht rund. Leipzig hat die Bullen durch Kälbchen ausgetauscht, die gegen den HSV (!!!) nichts auszurichten wussten und 0:3 verloren. Hoffenheim hätte die Chance gehabt, auf Tabellenplatz 3 zu springen, doch eine 1:2-Niederlage gegen Wolfsburg sprach dagegen. Auch Köln hätte auf Platz 3 hopsen können – doch der Effzeh unterlag Freiburg ebenfalls mit 1:2. So steht nach wie vor die Frankfurter Eintracht auf dem Champions League-Platz – trotz dem 0:3 gegen Leverkusen. Mannomann.

Mainz besiegt Augsburg mit 2:0, genau wie Schalke die Berliner Hertha (geschwächt vom Pokal-Krimi?) – und Werder unterliegt Gladbach mit 0:1 – und stürzt somit weiter ab. Phantome waren in diesen drei Begegnungen aber keine zu orten.

Champions League

Die Königsklasse war bislang ziemlich frei von Phantomen und Phantomschmerzen, doch ob dieser Lauf in den Achtelfinals anhält ist noch unklar. Morgen muss der BVB bei Benfica Lissabon ran – und zeigt sich optimistisch. Am Mittwoch empfängt der FC Bayern mal wieder Arsenal London. Leverkusen muss erst nächste Woche ran (gegen Atletico Madrid). Wir werden ein scharfes Auge auf mögliches Spukgeschehen werfen.

Randalierende Ultras verderben Spaß

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Langsam nervt’s wirklich! Eine kleine Menge radikal-idiotisierter Männer terrorisiert die Welt (IS, Trump, Putin …) und verdirbt dem Rest der Bevölkerung den Spaß an fast allem. Leider auch wieder verstärkt im Bundesliga-Alltag. Da heißen die Idioten Ultras und zeigten sich am vergangenen Wochenende besonders verhaltensauffällig in Dortmund und Frankfurt.

Ultras im Prügelrausch

Es ist einfach nur widerwärtig! In Dortmund haben  sich am Samsag – gar nicht mal so wenige! – Hardcore-Fans (und Anhäger der wahren Fußball-Lehre – was auch immer das genau ist) einen Mordsspaß daraus gemacht, nicht nur bekloppte Riesentransparente auf der Tribüne zu entrollen („Für uns ein Lebenssinn“, „Red Bull – Feind des Fußballs“), sondern auch die mitgereisten Leipzig-Fans ordentlich aufzumischen. Bei ihren Randalen waren sie nicht zimperlich, sondern haben gleichermaßen RB-Anhänger, Polizisten und sogar kleine Kinder attackiert. Und warum? Weil das ihr Lebenssinn ist? Ganz groß, wirklich! Das Spiel endete übrigens mit einem 1:0-Sieg der Borussia, was Trainer Tuchel offenbar dazu inspirierte, seinen Spielern zur Abwechslung mal einen Döner zu gönnen…

Während es den durchgedrehten Dortmund-Fans gegen den Strich geht, dass Red Bull Leipzig ein „reicher Retortenclub ohne Tradition“ ist, pflegen die ohnehin häufig verhaltensauffälligen Eintracht-Frankfurt-Ultras schlicht die Freude an der gepflegten Prügelei. Vor dem gesterigen Spiel gegen die (nicht im reichen Retorten-Verdacht stehenden) Darmstädter Lilien, griffen einige Eintracht-Fans in einer Kneipe, die dort vorglühenden Darmstadt-Anhänger an. Die Polizei nahm 60 Idioten vorläufig fest. Ach ja, auch in diesem Fall war die Heimmannschaft siegreich. Nach dem 2:0 kletterte Frankfurt sogar auf Tabellenplatz 3. Vor Dortmund!

Und sonst?

Nach zwei Spielen mit Bayern-Dusel, war am Samstag nach längerer Zeit mal wieder Bayern-Daddel angesagt. Gegen Schalke reichte es vor heimischer Kulisse nur zu einem sehr überschaubaren 1:1. Der HSV besiegte schon am Freitag Bayer Leverkusen mit 1:0, dito Hertha BSC-Ingolstadt und Effzeh-Wolfsburg. Etwas mehr Spektakel hatte Mönchengladbach zu bieten – beim 3:0-Triumph gegen Freiburg. Die Hoffenheimer sind punktgleich mit Dortmund, allerdings ist das Torverhältnis trotz des 4:0-Siegs über Mainz immer noch ein bisschen schlechter. Und richtig hart umkämpft (auf dem Platz!!) war gestern die Partie Augsburg gegen Werder – mit einem glücklichen Last-Minute-Tor von Bobadilla zum 3:2-Sieg für die Schwaben.

 

Schweinsteiger Coup im Cup

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Schweinsteigers Coup – er spielt und trifft wieder!

Während die Bundesliga zum Rückrundenauftakt relativ unmotiviert vor sich hindaddelt (dazu gleich mehr) passieren erstaunliche Dinge auf der Insel.  Wobei uns Kontinental-Europäer nach dem BREXIT ja ohnehin nicht mehr viel wundert, was im „Mutterland des Fußballs“ so alles abgeht. Doch diesmal ist es eine durch und durch positive Nachricht: Bastian Schweinsteiger, von José Mourinho vermeintlich schon vom Hof gejagt, spielte in der gestrigen Cup-Partie gegen  Wigan Atletic nicht nur von Beginn an, sondern erzielte sogar einen Treffer zum 4:0-Sieg. Über ein Jahr musste Basti auf einen Startelf-Einsatz bei Manchester United warten und nicht wenige wähnten ihn zum Ende des Transferzeitfensters schon in einem US-Club. Doch scheinbar kann und will der unberechenbare Trainerkauz Mou doch nicht auf die Dienste des Routiniers verzichten: „Er bleibt bei uns und wird auch auf der Liste für die Europa League stehen.“

Leipzig auf Europa-Kurs

Dort wird er womöglich in der nächsten Saison auf die Roten Bullen aus Leipzig treffen. Gut, das ist aus vielen Gründen unwahrscheinlich, aber die Überleitung bot sich so hübsch an. Unwahrscheinlich ist es vor allem aus zwei Gründen: 1. ist es mehr als fraglich, ob Schweinsteiger auch in der kommenden Saison noch für die Red Devils auflaufen wird. 2. ist es noch fraglicher, ob die roten Teufel und die roten Bullen tatsächlich in der gleichen europäischen Liga spielen werden. Red Bull ist nämlich nach wie vor stramm auf Champions League-Kurs, während die Mourinho-Truppe derzeit auf Platz 6 herumtorkelt. Die Aufsteiger aus Sachsen zeigen sich auch zum Rückrundenstart komplett unbeeindruckt von den üblichen Liga-Dynamiken und ziehen einfach ihr Ding durch – am Samstag mit einem 2:1-Sieg über die TSG Hoffenheim, die damit ihre erste Saisonniederlage überhaupt einstecken musste.

Mit zehn Punkten hinter Leipzig steht noch ein Überraschungskandidat auf Platz 3 der Tabelle. Die Frankfurter Eintracht überrascht sich selbst, die Fans – und regelmäßig ihre Gegner. Am Freitag musste das Schalke 04 ertragen – mit einer 0:1-Heimniederlage auf aller unterirdischstem Niveau. Besonders bestechend ist es auch nicht, was die Bayern derzeit bieten – trotzdem fahren sie einen rumpeligen Arbeitssieg nach dem anderen ein. Am Samstag war es ein mühsames 2:1 gegen Werder.

Freud und Leid

Am meisten Spaß hatten an diesem 18. Spieltag sicher die Fans vom Effzeh! Köln war gut drauf und pulverisierte die schockstarren Lilien aus Darmstadt mit 6:1. Deutlich weniger Treffer, aber ebenso motiviert waren die Schanzer aus Ingolstadt. Beim souveränen 3:1-Sieg über den HSV machten sie klar, wer am Ende der Saison wohl absteigen wird. Und wer nicht … Mit dem Abstiegskampf dürfte Aufsteiger Freiburg in dieser Saison nichts am Hut haben, zu konstant holen sie ihre Punkte. Diesmal waren es drei, beim 2:1-Sieg über Berlins Hertha, die sich auf Tabellenplatz 6 aber wohl auch keine Keller-Sorgen machen muss.

Daddeln im Mittelmaß

Die restlichen Begegnungen sind schnell zusammengefasst. Wolfsburg unterliegt Augsburg zuhause mit 1:2, die nominelle Knaller-Partie Leverkusen (Tabellenplatz 9) gegen Mönchengladbach (Tabellenplatz 13) endet mit 2:3 und der BVB kann sich beim 1:1-Remis in Mainz nicht aus seiner Dauerkrise befreien. Alles in allem ziemlich übersichtliche Leistungen.

 

Rumpeln und Duseln – die Winterpause ist vorbei

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Drei Dinge stehen zum Ende des ersten Spieltags nach der Winterpause fest:

  1. die Herbstmeisterschaft ist entschieden – zugegeben recht spät, oder je nach Sichtweise auch früh.
  2. die Winterpause ist vorbei
  3. Rumpelfußball und Dusel sind wieder salonfähig

Das ist alles sehr beruhigend, vor allem, weil man ja sonst nicht viel hat, was zuversichtlich stimmen könnte, seit Donald Trump den Atomcode übernommen hat.

Konzentrieren wir uns also aufs Opium fürs Volk und freuen uns auf die solide Konstante der Bundesliga.

Herbstmeisterschaft

Der FC Bayern München ist Herbstmeister! Wow. Doch wer denkt, dass dies nun wirklich keine Nachricht wert ist, hat das Freitagabendspiel der Münchner gegen Freiburg nicht gesehen. Das wäre fast schiefgegangen, denn die Breisgauer gaben wirklich alles. Gingen sogar früh und ziemlich beeindruckend in Führung. Doch dann glich Robert Lewandowski aus – und erzielte in der Nachspielzeit sogar noch den 2:1-Siegtreffer. Siehe Rumpelfußball und Dusel.

Die Winterpause ist vorbei

So ein Neustart bringt ja gerne auch neues Personal mit. Beispielsweise neue Übungsleiter. In der Partie Darmstadt (Tabellenletzter) gegen Mönchengladbach (auch ziemlich im Keller) gaben zwei neue Trainer ihren Einstand. Für die Lilien ist nun Throsten Frings verantwortlich (von dem ich eigentlich dachte, er sei seinem alten Werder Buddy Tim Wiese in Richtung Wrestling gefolgt), für die Fohlen der unverwüstliche Dieter Hecking (der allerdings erst kürzlich von den Wölfen vom Hof gejagt wurde). Durchschlagende Erfolge am neuen Arbeitsplatz konnte keiner der Herren feiern. Die Teams trennten sich mit 0:0.

Rumpelfußball und Dusel

Seit Pep Guardiola auf der Insel ist und die Bayern von Carlo Ancelotti gecoacht werden, der eher ein Pragmatiker, denn Ästhet ist, sind in der gesamten Liga wieder alte Tugenden en vogue. Es gibt schmutzige Arbeitssiege, harten Rumpelfußball und manchmal verlässt man sich schlicht auch aufs Glück (aka Dusel, doch das ist eine Unterart, die nur in München vorkommt).

Gerumpelt hat es an diesem 17. Spieltag nämlich gewaltig. Womöglich war den Akteuren landauf, landab ein wenig kalt – oder sie waren nach der Pause noch ein bisschen steif. Zwei Torhüter rumpelten sogar derart, dass sie mit roter Karte vom Platz gestellt wurden. Erst traf es Drobny von Werder Bremen nach hartem Einsteigen gegen Reus vom BVB (auch wenn ich normalerweise eher für ein Fleißkärtchen plädieren würde, das war echt fies!), dann Hradecky für die Frankfurter Eintracht (nach drei Minuten wegen Handspiels) gegen Leipzig. In beiden Fällen siegten die vollzähligen Gegner – im Falle der Dortmunder aber auch eher rumpelig (aber mit 2:1, Leipzig souverän mit 3:0).

Viel Fortune war beim Last-Minute-Sieg von Schalke gegen Ingolstadt im Spiel. Burgstaller – seineszeichens brandneuer Stürmer in Königsblau (in der Winterpause von Nürnberg verpflichtet) – netzt in der Nachspielzeit zum 1:0 ein. Womöglich ist auch ein wenig Glück im Spiel, wenn man sich die beeindruckende Hinrundenbilanz der TSG Hoffenheim ansieht. Als einige Elf sind sie immer noch ungeschlagen – der 2:0-Sieg gegen Augsburg untermalt die Ambitionen noch mehr.

Und sonst so?

Wolfsburg besiegt durch ein Tor von Mario Gomes den HSV mit 1:0. Bayer Leverkusen gibt sich gegen die Hertha erstaunlich dominant und gewinnt mit 3:1 und die beiden Karnevalclubs aus Mainz und Köln schließen einen Nichtangriffspackt und trennen sich mit 0:0.

Blondinen bevorzugt?!

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Man könnte den 16. Spieltag der laufenden Bundesliga-Saison auch seriös aufarbeiten – man kann es aber auch lassen. Letzteres ist deutlich unterhaltsamer. Also ran an das Blondinen-Gate!

Dass es Blondinen im Leben leicher haben, hat Marilyn Monroe bereits 1953 in der Filmkomödie „Blondinen bevorzugt“ behauptet – und diese kühne (von der brünetten Autorin dieses Artikels beim besten Willen nicht nachzuvollziehende) These hält sich hartnäckig bis heute. Außerdem hat sie (mal wieder) die Fußball-Welt infiziert. Man denke mit Grauen an frühe Frisuren-Farcen eines Bastian Schweinsteigers. Oder an das aktuelle Phänomen auf Lionel Messis Kopf. Oder die blondierten Spitzen auf David Alabas Afro-Matte (glücklicherweise längst wieder passé).

Mats hat’s …

… nun auch. Wer gestern ins, zur Top-Begegnung des Jahres hochgejazzte, Spiel der Bayern gegen Leipzig reinzappte, rieb sich irgendwann verwundert die Augen. Seit wann beschäftigen die Münchner eine Blondine in der Abwehr? Ist Badstuber etwa wieder fit? Nein, es war Mats Hummels, der bislang zumindest als außerordentlich geschmackssicher galt. Der frisch gebleichte Schopf sorgte dann auch prompt nicht nur bei den Zuschauern für Irritiation, sondern auch bei den sonst so wilden sächsischen Jungbullen, die geblendet von soviel Trash am Haupt des bayerischen Abwehrchefs völlig aus dem Tritt gebracht waren – und in der Konsequenz mit 0:3 verloren. Mon dieu!

Gut, es wäre zu einfach das Leipziger Scheitern allein auf die neue Frise vom Hummels Mats zu schieben, doch vollkommen ausgeschlossen ist es auch wieder nicht. Andererseits haben die Münchner gestern auch ausgesprochen attraktiven Attacke-Fußball gezeigt (hat man seit Jahren nicht mehr erlebt) und alte Recken wie Alsonso und Robben haben den Jungspunden aus Leipzig gezeigt, was eine Harke ist. Immerhin – blond hin oder her – beim FCB ist die Welt wieder in Ordnung: Man hat dem aufmüpfigen Tabellenzweiten fulminant in seine Schranken verwiesen und deutlich gemacht, WER die Nummer 1 im Land ist.

Übrigens wird man Mats wohl bald wieder in gewohnter Schönheit erleben können – die Farbverirrung war lediglich eine eingelöste Wettschuld, weil er auf dem Oktoberfest beim Dosenwerfen versagt hat …

Und sonst?

Sonst gab es am letzten Spieltag des Jahres drei Unentschieden (Dortmund-Augsburg, Köln-Leverkusen, Hoffenheim-Bremen) und eine Trainerentlassung (Gladbach trennt sich nach der 1:2-Niederlage gegen Wolfsburg von Trainer André Schubert und stellt Ex-Wolfsburg-Coach Dieter Hecking ein), ansonsten wenig Neues. Hier der Überblick:

Borussia Dortmund – FC Augsburg: 1:1 – langsam wird’s für den BVB echt ein bisschen kritisch – nur Platz 6
Mönchengladbach – VfL Wolfsburg: 1:2
Hamburger SV – Schalke 04: 2:1
Eintracht Frankfurt – Mainz 05: 3:0 – Mainhattan träumt weiter von der Königsklasse
Bayern München – RB Leipzip: 3:0
Hertha BSC – Darmstadt 98: 2:0 – die Lilien auf klarem Abstiegskurs
Köln – Leverkusen: 1:1 – Nichtangriffspakt beim Rhein-Derby?!
Ingolstadt – Freiburg: 1:2
Hoffenheim – Werder Bremen: 1:1 – Hoffenheim noch immer ungeschlagen in dieser Saison

Merry X-Mas und einen guten Start für 2017!

Allen schöne Feiertage und ein hoffentlich friedvolleres Jahr 2017!

FCBRBL: Weihnachtlicher Showdown

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Showdown unterm Weihnachtsbaum – selten war die Herbstmeisterschaft so eng, wie in diesem Jahr. Und streng genommen ist die Hinrunde ja auch erst Ende Januar durch, weil der 17. Spieltag erst nach der Winterpause ausgespielt wird. Doch mit solch kleinlichen Details will sich kurz vor Weihnachten keiner abgeben. Übermorgen ist also Klassenkampf angesagt: Liganeuling und Aufsteiger RB Leipzig tritt beim Rekordmeister Bayern München an. Es geht um nicht weniger als Ruhm, Ehre und die Vorherrschaft in der Tabelle. Und während die Sachsen nichts zu verlieren haben – schließlich hat bei Saisonauftakt keiner mit so einem fulminanten Durchmarsch gerechntet – geht es für die Münchner irgendwie schon um die (Weiß)Wurst. Es wäre doch eine arge Schmach, würde man auf Platz 2 überwintern müssen, nicht wahr?

Seltsames Duell

Allerdings ist es schon ein beachtliches Phänomen, dass es überhaupt soweit kommen konnte, dass sich Fußballdeutschland derart für ein Duell zwischen den Bayern und Leipzig erwärmet. Selbst Sky hat dafür flugs ein maßgeschneidertes Verkaufsangebot geschnitzt. Dabei liegt es nicht nur an der erstaunlichen Stärke des Retorten-Clubs, sondern auch an der noch erstaunlicheren Schwäche der etablierten Vereine. Wie man sehr schön am letzten Wochenende sehen konnte, als der 15. Spieltag, nun ja, verdaddelt (oder je nach Lesart auch: verpfiffen) wurde. Letzteres gilt wohl vor allem für das Freitagsspiel Hoffenheim – Dortmund, das mit einem 2:2 endete – sehr zum Unmut der BVB-Bosse. Mindestens einen klaren Elfmeter hätte es für die Schwarz-Gelben geben müssen. Ob der dann aber auch siegreich im Tor gelandet wäre? Man weiß es nicht. Tatsache ist jedoch, dass der BVB, nominell Bayern-Jäger Nummer 1 derzeit nur auf Platz 5 herumkrebst, was nicht einmal Champions League-würdig ist. Hoffenheim besetzt dagegen den dritten Platz. Hätte man zu Beginn der Saison auch nicht gedacht.

Wetten dass …

Die Buchmacher haben überhaupt eine lustige Saison, denn auf den aktuellen Verlauf hat bestimmt keiner gewettet – oder ist doch alles nur gekauft? Bin mir sicher, dass ich ein paar Verschwörungstheroretiker demnächst zur komplett gekauften Bundesliga äußern werden. Bis dahin reiche ich mal schnell die restlichen Ergebnisse nach:

Schalke (Platz 11) und Freiburg (Platz 10) trennen sich mit 1:1.
Mainz (Platz 8) vernichtet den HSV (Platz 17 – okay, das wundert jetzt nicht soooo sehr) mit 3:1.
Augsburg (Platz 12) gewinnt unter Interimstrainer (hab mir seinen Namen nicht gemerkt) mit 1:0 gegen Mönchengladbach (Platz 13 – ich vermute, dass es dort auch bald einen Interimstrainer geben wird …).
Werder Bremen (Platz 14) und Köln (Platz 7) beenden ihr Spiel mit 1:1 – was aus Effzeh-Sicht aber auch ganz klar verpfiffen war.
Leipzig (Platz 2) macht mit Hertha (Platz 4) beim 2:0-Sieg kurzen Prozess und schießt sich für die Bayern warm.
Wolfsburg (Platz 15) gelingt das Unwahrscheinliche – ein 1:0-Heimsieg über Frankfurt (Platz 6 – da wäre mehr drin gewesen).
Darmstadt (Platz 18) wehrt sich tapfer und kraftvoll, aber letztlich ohne Fortune gegen schnarchige Bayern (Platz 1) und verliert mit 0:1.
Leverkusen (Platz 9) unterliegt im freien Fall mit 1:2 dem bislang einzigen Leipzig-Bewzinger und Ex-Tabellenschlusslicht Ingolstadt (Platz 16).

Zündstoff für den 16. Spieltag

Ja, das ist also einiges geboten kurz vor den Feiertagen. Auch wenn der Fokus auf dem Führungsduell liegt, freuen wir uns genauso auf das Rhein-Main-Derby zwischen der Frankfurter Eintracht und Mainz 05 oder dem reinen Rhein-Derby (das ist sowas wie Fischers Fritze ….) zwischen Köln und Leverkusen. Stay tuned!

 

Back to normal?

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Das aktuelle FC Bayern-Magazin hatte auf seinem Titel die Formel 3+3+3=1 abgedruckt. Sollte wohl heißen: Noch drei Siege, dann gehen wir als Tabellenführer in die Weihnachtsferien. Ich habe den dazugehörigen Artikel nicht gelesen, aber man kann alleine schon an der Schlagzeile ablesen, wie sehr die Leipziger Sturm- und Drangphase auf das bajuwarische Gemüt geschlagen hat. Und wie sicher man sich war, die vollen drei Spieltage zu brauchen, um wieder die Ligaspitze zu erklimmen. Es ist dann aber doch ganz anders gekommen.

Back to normal in der Liga?

Bereits am Freitag beharkten sich die beiden Shootingstar-Teams Hoffenheim und Eintracht – für jede Elf wäre Tabellenplatz 3 dringewesen. Allerdings hat man sich auf ein 0:0-Remis geeinigt und besetzt nun mit jeweils 26 Punkten die Plätze 4 und 5.  Was immer noch besser ist, als der 6. Platz der Dortmunder Borussen, für die es um ein Haar noch düsterer geworden wäre, hätte nicht ausgerechnet Marco Reus (bähbähbäh) in buchstäblich letzter Minute den 1:1-Ausgleich gegen Köln erzielt.

In „Normalform“ präsentierten sich die Münchner, die den VfL Wolfsburg zu Gast hatten. 5:0 stand es am Ende, bei dem auch das erste Bundesligator von Thomas Müller seit 999 Minuten zu bewundern war (außerdem jeweils eines von Robben und Costa, sowie zwei von Lewandowski). Soweit so erfreulich für die Bayern (und unerfreulich für die Wolfsburger, die sich derart im freien Fall befinden, dass sie heute Manager Allofs abgeschossen haben), nur per se sinnlos für die Tabellensituation. Denn dafür müsste Leipzig ja mal verlieren. Und das gab’s in dieser Saison noch nie.

Vor 15:30 Uhr an diesem Samstag hätte auch keiner darauf gewettet, dass eine Niederlage der siegreichen Sachsen ausgerechnet an diesem 14. Spieltag eintreten würde – war man doch beim Tabellenschlusslicht Ingolstadt zu Gast. Doch – sorry für die Plattitüde – unverhofft kommt oft! Den Schanzern, Ex-Verein von Bullen-Coach Hasenhüttl, gelang die Sensation. Mit ihrem erst zweiten Saisonsieg bezwangen sie Leipzig mit 1:0!

1:0 ist übrigens auch der Endstand aller anderen Partien. Der HSV gewann gegen Augsburg, Hertha unterlag Werder Bremen (der Nordem im Aufwind??), Gladbach gewann gegen Mainz, Schalke verlor in Unterzahl gegen Leverkusen und Freiburg besiegte ein wenig unverdient die deutlich besseren Darmstädter. Doch so ist das Leben!

Darf der das?

Freiburg-Trainer Streich ist ja durchaus bekannt für offene Worte. Meist haben sie eine Schiedsrichter-Fehlentscheidung zum Thema (die gab’s auch, aber ausnahmsweise war seine Mannschaft nicht die leidtragende), diesmal wurde er politisch – oder gesellschaftlich oder gesellschaftspolitisch. Jedenfalls beklagte er den Stimmungsumschwung in seiner Stadt, nachdem bekannt wurde, dass ein 17-jähriger afghanischer Flüchtling der mutmaßliche Vergewaltiger und Mörder der jungen Medizinstudentin ist. Er beklagte eine „Generalverurteilung“ von Flüchtlingen – und musste prompt neben viel Lob auch sehr viel böse Kritik einstecken. Ihm wurde nahegelegt, er möge sich doch bitte lieber nur um seinen Job kümmern und sich nicht in andere Dinge einmischen. Ernsthaft? Ein Mann, der Fußballtrainer ist, soll keine Meinung haben dürfen zu einem Thema, das nicht nur seine Heimatstadt bewegt?

Dazu nur dies:

fluechtling-vs-arschloch

Vielleicht mag nun auch jemand einen Shitstorm gegen die 11Spielerfrauen anzetteln? Ja? Nur zu! Danach stünde mir jetzt wirklich der Sinn!

Doch noch mal Fußball!

Spannend dürfte es in der nächsten Runde Champions- bzw. Europa League zugehen. Heute wurden die Paarungen ausgelost. Der FC Bayern muss gegen Arsenal ran, Dortmund bekommt es mit Benfica Lissabon zu tun und Leverkusen mit Atletico Madrid. Gladbach trifft auf Florenz und Schalke auf Saloniki.

Crazy Little Thing Called … Liga!

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Crazy Ratespiel für Fußballfans, Verschwörungstheoretiker und Big Data-Anhänger: Welche vier Bundesliga-Teams spielen in der Saison 2017/2018 in der Champions League? Hmm, mal nachdenken… Ich tippe mal auf: RB Leipzig, FC Bayern, Borussia Dortmund und … vielleicht die Frankfurter Eintracht? Oder am Ende der Effzeh? Vielleicht aber auch doch Hertha. Oder Hoffenheim? Jedenfalls ganz sicher nicht Leverkusen, Schalke, Gladbach oder Wolfsburg!

Selten war die Liga …

… so spannend wie aktuell. Blöd nur, dass ich Fußball selten so langweilig fand wie zur Zeit. Das ist – ich kann es nicht anders sagen – ziemlich beknacktes Timing (und liegt wahrscheinlich immer noch an den Auswirkungen der öden EM). Doch es fällt mir angesichts einer ver-trumpten Welt irgendwie schwer, mich über den affigen Tuchel zu erregen (obwohl, jetzt wo ich’s schreibe … doch es geht!) oder mich in die Reihe der Klagenden einzureihen, die sich über Leipzig echauffieren. Ist denn irgendwas dagegen zu sagen, dass eine neue Mannschaft den Ligabetrieb mal ordentlich aufmischt? Und zwar nicht mit allerteuersten Mega-Talenten, sondern mit einer perfekt eingespielten und irre ausgefuchsten jungen Mannschaft, die sich um große Namen nichts scheißt! Pardon my French.  Ich finde das absolut legitim!

Selten war die Liga …

… so deprimierend wie aktuell. Heidernei sind viele Traditionsclubs im Moment schlecht. Auch wenn Liga-Dino HSV heute mal gewinnen konnte (2:0 gegen Darmstadt), täuscht das doch nur minimal über den bislang debakulösen Saisonverlauf hinweg. Ähnliches gilt für Werder Bremen (auch gewonnen 2:1 gegen Ingolstadt) oder für den Champions League-Teilnehmer Wolfsburg (der gestern gegen Hertha mit 2:3 verlor). Da wenden sich ganze Fanblöcke frustriert ab. Übrigens auch beim FC Bayern, wo die Anhänger gespalten sind, was sie von der Rückkehr des Messias, Pardon: des Steuersünders, Pardon: des alten und neuen Präsidenten Uli Hoeneß halten sollen. Oder von Trainer Ancelotti, der so tiefenentspannt wirkt (man könnte auch sagen bräsig), dass sich selbst Buddha noch was abschauen könnte. Und ja, auch beim BVB hört man Grummeln. Ich persönlich habe mich zwar nicht mit den Gründen des schwarz-gelben Unmuts befasst (weil es interessantere Dinge gibt), aber ich vermute es liegt ebenfalls am Trainer. Tuchel versucht ja eine Synthese aus Guardiola und Klopp zu sein, wirkt dabei jedoch wie ein durchgedrehter Wüterich auf Speed. Muss man sich nicht geben.

Selten war die Liga …

… so unberechenbar wie aktuell. Ist es nicht eine Sensation, wie Eintracht Frankfurt, der Fast-Absteiger der letzten Saison, plötzlich rauschhaften und erfolgreichen Fußball spielt? Ganz ohne das richtig große Geld und ohne die richtig großen Namen? Oder die vielfach belächelte TSG Hoffenheim, die einen Trainer im besten Spieleralter hat und genau wie Leipzig als einzige Elf noch ungeschlagen ist. Gestern haben die Nagelmann-Jungs übrigens den 1. FC Köln (auch so ein Überraschungsverein dieser Spielzeit) ziemlich satt mit 4:0 abgefertig. Das macht richtig Spaß. Und lässt für den weiteren Saisonverlauf alles offen. Wer wird Meister? Wer steigt ab? Wer wird königlich spielen dürfen? Wer nicht?

Selten war die Liga …

… so crazy wie aktuell! Daher zum Abschluss ein kleiner Schlager von Queen, der dringend mal zum Stadion-Hit umfunktioniert werden sollte.

Die Bullen sind los

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Darauf wartet Fußball-Deutschland seit einer gefühlten Ewigkeit: Das Titelrennen in der Bundesliga scheint tatsächlich spannend werden zu können. Nach über einem Jahr ist der FC Bayern München NICHT mehr auf dem ersten Tabellenplatz! Wie konnte das passieren?

Es gibt wieder ein Titelrennen!

Wenn man es nicht gerade sehr mit den Bayern hält, ist es doch eine sehr gute Nachricht, dass es offenbar inzwischen anderen Clubs gelingt, die Münchner Dominanz ein wenig in Frage zu stellen. Erstaunlich ist in der aktuellen Liga-Konstellation also vor allem das „wer“. Denn es sind nicht die anderen Großvereine, die den Bayern das Leben schwer machen – Leverkusen, Schalke, Gladbach, Wolfsburg krebsen in den Niederungen des Mittelfelds herum -, sondern ein Aufsteiger. Genauer gesagt DER Aufsteiger! Die roten Bullen aus Leipzig haben am Freitag (nach einem Sieg über Leverkusen) die Ligaspitze erklommen und den Münchnern ist es am Samstagabendspiel gegen den BVB, nicht gelungen, dieses historische Ergeignis wieder zu korrigieren. So kassierte der Rekordmeister seine erste Saisonniederlage, für Dortmund war es dagegen der erste Heimsieg gegen die Bayern seit über vier Jahren!

Der BVB ist nun also auf Platz 3 – punktgleich mit Köln, Hoffenheim, Hertha und Eintracht Frankfurt!

Das Liga-Präkariat rüstet auf

Ja, man muss sich die Augen reiben: Köln, Hoffenheim, Hertha und die Frankfurter Eintracht sind punktgleich mit dem BVB in absoluter Schlagnähe zur Tabellenspitze. Will heißen: Vier Clubs, die in den letzten Jahren eher im Abstiegskampf verwickelt waren, machen plötzlich eine ganze Menge richtig. Gleichzeitig stehen Traditionsvereine wie Werder und der HSV scheinbar endgültig vorm totalen Kollaps und finden keine Mittel mehr, um im normalen Liga-Alltag mitzuhalten. Spannend ist diese Entwicklung allemal.

Was bedeutet das auf internationaler Ebene?

Während die Liga also so aktiv und unberechenbar ist, wie lange nicht, muss die Frage gestattet sein, was das für die internationalen Turniere bedeutet. Kann man ernsthaft glauben, dass Vereine wie Köln oder Frankfurt nächstes Jahr in der Champions oder Europa League spielen? Und was ist mit Red Bull Leipzig? Der sächsische Neuling hat zweifellos Ambitionen, oben mitzumischen – und womöglich auch die (finanziellen) Mittel dafür. Aber wie würden sich die roten Bullen wohl gegen Barcelona oder Manchester City anstellen? Darüber könnte man trefflich spekulieren, zeigen wird es erst die Realität.

Und sonst so?

Alle wundern sich: Der BVB stänkert durch ihren Lautsprecher Watzke bei der Aktionärsversammlung in Richtung Leipzig: „Wir brauchen diesen Tabellenführer nicht!“ Die Bayern zeigen sich irritiert, ob der jüngsten Schwächephase, die auch noch anhält und Torhüter Manuel Neuer erwischt hat. Der Keeper kann wegen einer Wadenverhärtung nicht zum Champions League Spiel nach Rostow reisen, sondern überlässt Sven Ulreich seinen Kasten. Kurz: Es bleibt tatsächlich spannend!