Blondinen bevorzugt?!

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Man könnte den 16. Spieltag der laufenden Bundesliga-Saison auch seriös aufarbeiten – man kann es aber auch lassen. Letzteres ist deutlich unterhaltsamer. Also ran an das Blondinen-Gate!

Dass es Blondinen im Leben leicher haben, hat Marilyn Monroe bereits 1953 in der Filmkomödie „Blondinen bevorzugt“ behauptet – und diese kühne (von der brünetten Autorin dieses Artikels beim besten Willen nicht nachzuvollziehende) These hält sich hartnäckig bis heute. Außerdem hat sie (mal wieder) die Fußball-Welt infiziert. Man denke mit Grauen an frühe Frisuren-Farcen eines Bastian Schweinsteigers. Oder an das aktuelle Phänomen auf Lionel Messis Kopf. Oder die blondierten Spitzen auf David Alabas Afro-Matte (glücklicherweise längst wieder passé).

Mats hat’s …

… nun auch. Wer gestern ins, zur Top-Begegnung des Jahres hochgejazzte, Spiel der Bayern gegen Leipzig reinzappte, rieb sich irgendwann verwundert die Augen. Seit wann beschäftigen die Münchner eine Blondine in der Abwehr? Ist Badstuber etwa wieder fit? Nein, es war Mats Hummels, der bislang zumindest als außerordentlich geschmackssicher galt. Der frisch gebleichte Schopf sorgte dann auch prompt nicht nur bei den Zuschauern für Irritiation, sondern auch bei den sonst so wilden sächsischen Jungbullen, die geblendet von soviel Trash am Haupt des bayerischen Abwehrchefs völlig aus dem Tritt gebracht waren – und in der Konsequenz mit 0:3 verloren. Mon dieu!

Gut, es wäre zu einfach das Leipziger Scheitern allein auf die neue Frise vom Hummels Mats zu schieben, doch vollkommen ausgeschlossen ist es auch wieder nicht. Andererseits haben die Münchner gestern auch ausgesprochen attraktiven Attacke-Fußball gezeigt (hat man seit Jahren nicht mehr erlebt) und alte Recken wie Alsonso und Robben haben den Jungspunden aus Leipzig gezeigt, was eine Harke ist. Immerhin – blond hin oder her – beim FCB ist die Welt wieder in Ordnung: Man hat dem aufmüpfigen Tabellenzweiten fulminant in seine Schranken verwiesen und deutlich gemacht, WER die Nummer 1 im Land ist.

Übrigens wird man Mats wohl bald wieder in gewohnter Schönheit erleben können – die Farbverirrung war lediglich eine eingelöste Wettschuld, weil er auf dem Oktoberfest beim Dosenwerfen versagt hat …

Und sonst?

Sonst gab es am letzten Spieltag des Jahres drei Unentschieden (Dortmund-Augsburg, Köln-Leverkusen, Hoffenheim-Bremen) und eine Trainerentlassung (Gladbach trennt sich nach der 1:2-Niederlage gegen Wolfsburg von Trainer André Schubert und stellt Ex-Wolfsburg-Coach Dieter Hecking ein), ansonsten wenig Neues. Hier der Überblick:

Borussia Dortmund – FC Augsburg: 1:1 – langsam wird’s für den BVB echt ein bisschen kritisch – nur Platz 6
Mönchengladbach – VfL Wolfsburg: 1:2
Hamburger SV – Schalke 04: 2:1
Eintracht Frankfurt – Mainz 05: 3:0 – Mainhattan träumt weiter von der Königsklasse
Bayern München – RB Leipzip: 3:0
Hertha BSC – Darmstadt 98: 2:0 – die Lilien auf klarem Abstiegskurs
Köln – Leverkusen: 1:1 – Nichtangriffspakt beim Rhein-Derby?!
Ingolstadt – Freiburg: 1:2
Hoffenheim – Werder Bremen: 1:1 – Hoffenheim noch immer ungeschlagen in dieser Saison

Merry X-Mas und einen guten Start für 2017!

Allen schöne Feiertage und ein hoffentlich friedvolleres Jahr 2017!

FCBRBL: Weihnachtlicher Showdown

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Showdown unterm Weihnachtsbaum – selten war die Herbstmeisterschaft so eng, wie in diesem Jahr. Und streng genommen ist die Hinrunde ja auch erst Ende Januar durch, weil der 17. Spieltag erst nach der Winterpause ausgespielt wird. Doch mit solch kleinlichen Details will sich kurz vor Weihnachten keiner abgeben. Übermorgen ist also Klassenkampf angesagt: Liganeuling und Aufsteiger RB Leipzig tritt beim Rekordmeister Bayern München an. Es geht um nicht weniger als Ruhm, Ehre und die Vorherrschaft in der Tabelle. Und während die Sachsen nichts zu verlieren haben – schließlich hat bei Saisonauftakt keiner mit so einem fulminanten Durchmarsch gerechntet – geht es für die Münchner irgendwie schon um die (Weiß)Wurst. Es wäre doch eine arge Schmach, würde man auf Platz 2 überwintern müssen, nicht wahr?

Seltsames Duell

Allerdings ist es schon ein beachtliches Phänomen, dass es überhaupt soweit kommen konnte, dass sich Fußballdeutschland derart für ein Duell zwischen den Bayern und Leipzig erwärmet. Selbst Sky hat dafür flugs ein maßgeschneidertes Verkaufsangebot geschnitzt. Dabei liegt es nicht nur an der erstaunlichen Stärke des Retorten-Clubs, sondern auch an der noch erstaunlicheren Schwäche der etablierten Vereine. Wie man sehr schön am letzten Wochenende sehen konnte, als der 15. Spieltag, nun ja, verdaddelt (oder je nach Lesart auch: verpfiffen) wurde. Letzteres gilt wohl vor allem für das Freitagsspiel Hoffenheim – Dortmund, das mit einem 2:2 endete – sehr zum Unmut der BVB-Bosse. Mindestens einen klaren Elfmeter hätte es für die Schwarz-Gelben geben müssen. Ob der dann aber auch siegreich im Tor gelandet wäre? Man weiß es nicht. Tatsache ist jedoch, dass der BVB, nominell Bayern-Jäger Nummer 1 derzeit nur auf Platz 5 herumkrebst, was nicht einmal Champions League-würdig ist. Hoffenheim besetzt dagegen den dritten Platz. Hätte man zu Beginn der Saison auch nicht gedacht.

Wetten dass …

Die Buchmacher haben überhaupt eine lustige Saison, denn auf den aktuellen Verlauf hat bestimmt keiner gewettet – oder ist doch alles nur gekauft? Bin mir sicher, dass ich ein paar Verschwörungstheroretiker demnächst zur komplett gekauften Bundesliga äußern werden. Bis dahin reiche ich mal schnell die restlichen Ergebnisse nach:

Schalke (Platz 11) und Freiburg (Platz 10) trennen sich mit 1:1.
Mainz (Platz 8) vernichtet den HSV (Platz 17 – okay, das wundert jetzt nicht soooo sehr) mit 3:1.
Augsburg (Platz 12) gewinnt unter Interimstrainer (hab mir seinen Namen nicht gemerkt) mit 1:0 gegen Mönchengladbach (Platz 13 – ich vermute, dass es dort auch bald einen Interimstrainer geben wird …).
Werder Bremen (Platz 14) und Köln (Platz 7) beenden ihr Spiel mit 1:1 – was aus Effzeh-Sicht aber auch ganz klar verpfiffen war.
Leipzig (Platz 2) macht mit Hertha (Platz 4) beim 2:0-Sieg kurzen Prozess und schießt sich für die Bayern warm.
Wolfsburg (Platz 15) gelingt das Unwahrscheinliche – ein 1:0-Heimsieg über Frankfurt (Platz 6 – da wäre mehr drin gewesen).
Darmstadt (Platz 18) wehrt sich tapfer und kraftvoll, aber letztlich ohne Fortune gegen schnarchige Bayern (Platz 1) und verliert mit 0:1.
Leverkusen (Platz 9) unterliegt im freien Fall mit 1:2 dem bislang einzigen Leipzig-Bewzinger und Ex-Tabellenschlusslicht Ingolstadt (Platz 16).

Zündstoff für den 16. Spieltag

Ja, das ist also einiges geboten kurz vor den Feiertagen. Auch wenn der Fokus auf dem Führungsduell liegt, freuen wir uns genauso auf das Rhein-Main-Derby zwischen der Frankfurter Eintracht und Mainz 05 oder dem reinen Rhein-Derby (das ist sowas wie Fischers Fritze ….) zwischen Köln und Leverkusen. Stay tuned!

 

Back to normal?

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Das aktuelle FC Bayern-Magazin hatte auf seinem Titel die Formel 3+3+3=1 abgedruckt. Sollte wohl heißen: Noch drei Siege, dann gehen wir als Tabellenführer in die Weihnachtsferien. Ich habe den dazugehörigen Artikel nicht gelesen, aber man kann alleine schon an der Schlagzeile ablesen, wie sehr die Leipziger Sturm- und Drangphase auf das bajuwarische Gemüt geschlagen hat. Und wie sicher man sich war, die vollen drei Spieltage zu brauchen, um wieder die Ligaspitze zu erklimmen. Es ist dann aber doch ganz anders gekommen.

Back to normal in der Liga?

Bereits am Freitag beharkten sich die beiden Shootingstar-Teams Hoffenheim und Eintracht – für jede Elf wäre Tabellenplatz 3 dringewesen. Allerdings hat man sich auf ein 0:0-Remis geeinigt und besetzt nun mit jeweils 26 Punkten die Plätze 4 und 5.  Was immer noch besser ist, als der 6. Platz der Dortmunder Borussen, für die es um ein Haar noch düsterer geworden wäre, hätte nicht ausgerechnet Marco Reus (bähbähbäh) in buchstäblich letzter Minute den 1:1-Ausgleich gegen Köln erzielt.

In „Normalform“ präsentierten sich die Münchner, die den VfL Wolfsburg zu Gast hatten. 5:0 stand es am Ende, bei dem auch das erste Bundesligator von Thomas Müller seit 999 Minuten zu bewundern war (außerdem jeweils eines von Robben und Costa, sowie zwei von Lewandowski). Soweit so erfreulich für die Bayern (und unerfreulich für die Wolfsburger, die sich derart im freien Fall befinden, dass sie heute Manager Allofs abgeschossen haben), nur per se sinnlos für die Tabellensituation. Denn dafür müsste Leipzig ja mal verlieren. Und das gab’s in dieser Saison noch nie.

Vor 15:30 Uhr an diesem Samstag hätte auch keiner darauf gewettet, dass eine Niederlage der siegreichen Sachsen ausgerechnet an diesem 14. Spieltag eintreten würde – war man doch beim Tabellenschlusslicht Ingolstadt zu Gast. Doch – sorry für die Plattitüde – unverhofft kommt oft! Den Schanzern, Ex-Verein von Bullen-Coach Hasenhüttl, gelang die Sensation. Mit ihrem erst zweiten Saisonsieg bezwangen sie Leipzig mit 1:0!

1:0 ist übrigens auch der Endstand aller anderen Partien. Der HSV gewann gegen Augsburg, Hertha unterlag Werder Bremen (der Nordem im Aufwind??), Gladbach gewann gegen Mainz, Schalke verlor in Unterzahl gegen Leverkusen und Freiburg besiegte ein wenig unverdient die deutlich besseren Darmstädter. Doch so ist das Leben!

Darf der das?

Freiburg-Trainer Streich ist ja durchaus bekannt für offene Worte. Meist haben sie eine Schiedsrichter-Fehlentscheidung zum Thema (die gab’s auch, aber ausnahmsweise war seine Mannschaft nicht die leidtragende), diesmal wurde er politisch – oder gesellschaftlich oder gesellschaftspolitisch. Jedenfalls beklagte er den Stimmungsumschwung in seiner Stadt, nachdem bekannt wurde, dass ein 17-jähriger afghanischer Flüchtling der mutmaßliche Vergewaltiger und Mörder der jungen Medizinstudentin ist. Er beklagte eine „Generalverurteilung“ von Flüchtlingen – und musste prompt neben viel Lob auch sehr viel böse Kritik einstecken. Ihm wurde nahegelegt, er möge sich doch bitte lieber nur um seinen Job kümmern und sich nicht in andere Dinge einmischen. Ernsthaft? Ein Mann, der Fußballtrainer ist, soll keine Meinung haben dürfen zu einem Thema, das nicht nur seine Heimatstadt bewegt?

Dazu nur dies:

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Vielleicht mag nun auch jemand einen Shitstorm gegen die 11Spielerfrauen anzetteln? Ja? Nur zu! Danach stünde mir jetzt wirklich der Sinn!

Doch noch mal Fußball!

Spannend dürfte es in der nächsten Runde Champions- bzw. Europa League zugehen. Heute wurden die Paarungen ausgelost. Der FC Bayern muss gegen Arsenal ran, Dortmund bekommt es mit Benfica Lissabon zu tun und Leverkusen mit Atletico Madrid. Gladbach trifft auf Florenz und Schalke auf Saloniki.

Crazy Little Thing Called … Liga!

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Crazy Ratespiel für Fußballfans, Verschwörungstheoretiker und Big Data-Anhänger: Welche vier Bundesliga-Teams spielen in der Saison 2017/2018 in der Champions League? Hmm, mal nachdenken… Ich tippe mal auf: RB Leipzig, FC Bayern, Borussia Dortmund und … vielleicht die Frankfurter Eintracht? Oder am Ende der Effzeh? Vielleicht aber auch doch Hertha. Oder Hoffenheim? Jedenfalls ganz sicher nicht Leverkusen, Schalke, Gladbach oder Wolfsburg!

Selten war die Liga …

… so spannend wie aktuell. Blöd nur, dass ich Fußball selten so langweilig fand wie zur Zeit. Das ist – ich kann es nicht anders sagen – ziemlich beknacktes Timing (und liegt wahrscheinlich immer noch an den Auswirkungen der öden EM). Doch es fällt mir angesichts einer ver-trumpten Welt irgendwie schwer, mich über den affigen Tuchel zu erregen (obwohl, jetzt wo ich’s schreibe … doch es geht!) oder mich in die Reihe der Klagenden einzureihen, die sich über Leipzig echauffieren. Ist denn irgendwas dagegen zu sagen, dass eine neue Mannschaft den Ligabetrieb mal ordentlich aufmischt? Und zwar nicht mit allerteuersten Mega-Talenten, sondern mit einer perfekt eingespielten und irre ausgefuchsten jungen Mannschaft, die sich um große Namen nichts scheißt! Pardon my French.  Ich finde das absolut legitim!

Selten war die Liga …

… so deprimierend wie aktuell. Heidernei sind viele Traditionsclubs im Moment schlecht. Auch wenn Liga-Dino HSV heute mal gewinnen konnte (2:0 gegen Darmstadt), täuscht das doch nur minimal über den bislang debakulösen Saisonverlauf hinweg. Ähnliches gilt für Werder Bremen (auch gewonnen 2:1 gegen Ingolstadt) oder für den Champions League-Teilnehmer Wolfsburg (der gestern gegen Hertha mit 2:3 verlor). Da wenden sich ganze Fanblöcke frustriert ab. Übrigens auch beim FC Bayern, wo die Anhänger gespalten sind, was sie von der Rückkehr des Messias, Pardon: des Steuersünders, Pardon: des alten und neuen Präsidenten Uli Hoeneß halten sollen. Oder von Trainer Ancelotti, der so tiefenentspannt wirkt (man könnte auch sagen bräsig), dass sich selbst Buddha noch was abschauen könnte. Und ja, auch beim BVB hört man Grummeln. Ich persönlich habe mich zwar nicht mit den Gründen des schwarz-gelben Unmuts befasst (weil es interessantere Dinge gibt), aber ich vermute es liegt ebenfalls am Trainer. Tuchel versucht ja eine Synthese aus Guardiola und Klopp zu sein, wirkt dabei jedoch wie ein durchgedrehter Wüterich auf Speed. Muss man sich nicht geben.

Selten war die Liga …

… so unberechenbar wie aktuell. Ist es nicht eine Sensation, wie Eintracht Frankfurt, der Fast-Absteiger der letzten Saison, plötzlich rauschhaften und erfolgreichen Fußball spielt? Ganz ohne das richtig große Geld und ohne die richtig großen Namen? Oder die vielfach belächelte TSG Hoffenheim, die einen Trainer im besten Spieleralter hat und genau wie Leipzig als einzige Elf noch ungeschlagen ist. Gestern haben die Nagelmann-Jungs übrigens den 1. FC Köln (auch so ein Überraschungsverein dieser Spielzeit) ziemlich satt mit 4:0 abgefertig. Das macht richtig Spaß. Und lässt für den weiteren Saisonverlauf alles offen. Wer wird Meister? Wer steigt ab? Wer wird königlich spielen dürfen? Wer nicht?

Selten war die Liga …

… so crazy wie aktuell! Daher zum Abschluss ein kleiner Schlager von Queen, der dringend mal zum Stadion-Hit umfunktioniert werden sollte.

Die Bullen sind los

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Darauf wartet Fußball-Deutschland seit einer gefühlten Ewigkeit: Das Titelrennen in der Bundesliga scheint tatsächlich spannend werden zu können. Nach über einem Jahr ist der FC Bayern München NICHT mehr auf dem ersten Tabellenplatz! Wie konnte das passieren?

Es gibt wieder ein Titelrennen!

Wenn man es nicht gerade sehr mit den Bayern hält, ist es doch eine sehr gute Nachricht, dass es offenbar inzwischen anderen Clubs gelingt, die Münchner Dominanz ein wenig in Frage zu stellen. Erstaunlich ist in der aktuellen Liga-Konstellation also vor allem das „wer“. Denn es sind nicht die anderen Großvereine, die den Bayern das Leben schwer machen – Leverkusen, Schalke, Gladbach, Wolfsburg krebsen in den Niederungen des Mittelfelds herum -, sondern ein Aufsteiger. Genauer gesagt DER Aufsteiger! Die roten Bullen aus Leipzig haben am Freitag (nach einem Sieg über Leverkusen) die Ligaspitze erklommen und den Münchnern ist es am Samstagabendspiel gegen den BVB, nicht gelungen, dieses historische Ergeignis wieder zu korrigieren. So kassierte der Rekordmeister seine erste Saisonniederlage, für Dortmund war es dagegen der erste Heimsieg gegen die Bayern seit über vier Jahren!

Der BVB ist nun also auf Platz 3 – punktgleich mit Köln, Hoffenheim, Hertha und Eintracht Frankfurt!

Das Liga-Präkariat rüstet auf

Ja, man muss sich die Augen reiben: Köln, Hoffenheim, Hertha und die Frankfurter Eintracht sind punktgleich mit dem BVB in absoluter Schlagnähe zur Tabellenspitze. Will heißen: Vier Clubs, die in den letzten Jahren eher im Abstiegskampf verwickelt waren, machen plötzlich eine ganze Menge richtig. Gleichzeitig stehen Traditionsvereine wie Werder und der HSV scheinbar endgültig vorm totalen Kollaps und finden keine Mittel mehr, um im normalen Liga-Alltag mitzuhalten. Spannend ist diese Entwicklung allemal.

Was bedeutet das auf internationaler Ebene?

Während die Liga also so aktiv und unberechenbar ist, wie lange nicht, muss die Frage gestattet sein, was das für die internationalen Turniere bedeutet. Kann man ernsthaft glauben, dass Vereine wie Köln oder Frankfurt nächstes Jahr in der Champions oder Europa League spielen? Und was ist mit Red Bull Leipzig? Der sächsische Neuling hat zweifellos Ambitionen, oben mitzumischen – und womöglich auch die (finanziellen) Mittel dafür. Aber wie würden sich die roten Bullen wohl gegen Barcelona oder Manchester City anstellen? Darüber könnte man trefflich spekulieren, zeigen wird es erst die Realität.

Und sonst so?

Alle wundern sich: Der BVB stänkert durch ihren Lautsprecher Watzke bei der Aktionärsversammlung in Richtung Leipzig: „Wir brauchen diesen Tabellenführer nicht!“ Die Bayern zeigen sich irritiert, ob der jüngsten Schwächephase, die auch noch anhält und Torhüter Manuel Neuer erwischt hat. Der Keeper kann wegen einer Wadenverhärtung nicht zum Champions League Spiel nach Rostow reisen, sondern überlässt Sven Ulreich seinen Kasten. Kurz: Es bleibt tatsächlich spannend!

 

Miro Klose – zurück in der Nationalmannschaft!

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Comeback

Es war die (Fußball)Meldung des Tages: Rekordtorschütze Miroslav Klose kehrt zur Nationalmannschaft zurück! Zwar (leider) nicht als Stürmer, denn der 38-jährige hat seine aktive Karriere beendet, sondern als Praktikant. Miro wird beim DFB ein „individuelles Ausbildungs- und Traineeprogramm absolvieren“, heißt es in der Pressemitteilung. Im Klartext: Er wird Praktikant! Neben seiner Trainerausbildung  „wird der ehemalige Weltklassestürmer ab sofort auch als fester Bestandteil die A-Nationalmannschaft und ausgewählte Maßnahmen im U-Bereich begleiten“. Womöglich heißt das, dass er seinen eigenen Nachfolger ausbilden und trainieren soll. Doch dabei gibt es ein Problem – es gibt keinen, der sich als klassischer Mittelstürmer anbietet. Mario Gomez wäre ein Kandidat, doch der leidet wie sein Club Wolfsburg an dramatischer Schaffenskrise. Sonst ist auf weiter Flur keiner zu sehen, der dem Profil entsprechen würde – und Jogi Löw gilt nun auch nicht als ausgesprochener Stürmer-Fan. Keine leichte Aufgabe also für Miro, doch er wird sie ganz bestimmt meistern. Notfalls schnitzt er einen Kollegen – oder zeugt ihn. Seine Zwillingsjungs sind doch bestimmt bald alt genug für die ersten Junioren-Teams.

Go on!

Apropos meistern: eine Zwischenetappe zum erklärten Saisonziel „Triple“ (ist jedes Jahr das erklärte Saisonziel der Münchner, meistens wird’s nur nix) haben die Bayern bereits gestern geschafft. Mit dem wenig glamourösen 2:1-Sieg über Eindhoven, haben sie den Einzug ins Achtelfinale der Champions League breits geschafft. Und das nach nur vier Vorrundenspielen, aber dank zweier Tore von Rober Lewandowski (der der perfekte Mittelstürmer ist, aber leider Pole und somit nichts für Miros neues Aufgabengebiet). Einen kleinen Schönheitsfehler hat die Sache allerdings noch: Erzrivale Atletico Madrid führt die Tabelle an – und das geht ja mal gar nicht. Warten wir’s ab, ob sie diese Schmach noch abwenden können. Nach einer unabwendbaren Schmach sieht es dagegen für Borussia Mönchengladbach aus. Nach dem eher dürftigen 1:1 gegen Celtic hilft wohl nur noch ein Wunder fürs Erreichen der nächsten Runde. Heute Abend spielen noch Dortmund (können ebenfalls das Achtelfinale schon fix machen) und Leverkusen hat ebenfalls noch Hoffnung.

Jogi, Basti, Lotti – Pardon: Lotte!

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Zugegeben, es war ein bisschen ruhig hier in den letzten Tagen – okay: Wochen! Aber es war auch einiges los. Ja, auch beim Fußball (dazu gleich), doch auch abseits des Grüns: Buchmesse, Wasserschaden, Zahnarztbesuche forderten als mehr oder minder aufregende Alternativen ihren Tribut und waren recht zeitraubend. *seufz* Außerdem habe ich mich heute übrigens relativ ausführlich mit einer ganz anderen Sportart auseinandergesetzt: dem Fechten! Ehrlich, DAS ist eine coole Sache und darüber würde ich jetzt gerne ein paar Worte verlieren, doch ein besorgter Leser fragte mich gestern tatsächlich in einer eMail ob’s mir „die Sprache verschlagen“ habe, weil hier schon länger nichts mehr Aktuelles geschrieben wurde. Nein, lieber F., trotz örtlicher Betäubung und neuer Krone am Backenzahn funktioniert das Mundwerk noch ganz gut. Ich bin auch nicht tot, wie deine Spekulationen weiter nahelegten … Ich war nur einfach ziemlich beschäftigt. Aber danke für deine Sorge. Also nichts übers Fechten (schade), dafür etwas übers runde Leder!

Jogi will Europameister werden!

Ganz so hat er das bei der DFB-Pressekonferenz heute Mittag zwar nicht gesagt, aber man darf annehmen, dass die Vertragsverlängerung bis 2020 genau diesen Zweck hat. Also nachdem er mit „Die Mannschaft“ den WM-Titel 2018 in Russland verteidigt hat. DFB-Präsident Grindel konnte sich ein breites Lächeln jedenfalls nicht verkneifen, als die Tinte unter dem Vertrag getrocknet war, und tönte ergriffen: „Ich habe immer betont, dass ich mir keinen besseren Trainer für unsere Nationalmannschaft vorstellen kann als Jogi Löw. Er hat die Mannschaft in den vergangenen Jahren mit seiner Leidenschaft und einer hohen fachlichen Kompetenz geprägt, weiterentwickelt und zum WM-Titel geführt. Er strahlt eine große Entschlossenheit und Motivation aus, den WM-Titel 2018 in Russland verteidigen zu wollen.“ Na dann!

Basti will wieder Spieler werden!

Womöglich denkt Herr Schweinsteiger sogar über einen Rücktritt vom Rücktritt nach. Es ist jedenfalls schon erstaunlich, dass praktisch zeitgleich mit der Vertragsverlängerung von Jogi Löw beim DFB, auch die freudige Nachricht die Runde macht, dass Basti wieder mit der der Mannschaft von Manchester United trainieren darf. Das klingt zwar relativ unspektakulär, denn nach aktueller Lage der Dinge ist er nach wie vor ein hochbezahlter Arbeitnehmer des Mourinho-Clubs und auch nicht verletzt, doch zu rechnen war damit eigentlich auch nicht mehr. „Mou“ hatte schließlich schon zu Saisonbeginn getönt, dass er er die Dienste des WM-Helden von 2014 für lässlich hielt. Man wähnte Schweinsteiger schon als neue Zierde eines US-Clubs (bevorzugt in New York) oder als hauptamltichen Spielermann seiner Tennis-Gattin Ana Ivanovic. Doch nun ist er wieder voll dabei – und träumt vielleicht auch noch vom EM-Titel, der letzte, der ihn in seiner Sammlung noch fehlt …

Lotte will Pokalsieger werden!

Ist das nicht eine schöne Geschichte, wie der wackere Dritt-Liga-Club Sportfreunde Lotte letzte Woche Bayer Leverkusen aus dem Pokal geworfen hat? Im Achtelfinale im Februar bekommt es die Flotte Lotte jedenfalls mit 1860 München zu tun, was eine machbare Aufgabe ist. Und dann? Dann ist alles möglich!

Liga will wieder spannend werden!

Dass an der Bundesliga lediglich der Abstiegskampf spannend ist, war einer der beliebtesten Stoßseufzer der letzten Zeit. Klar, die Bayern holen sich die Schale – wie immer. Die restlichen Champions League-Plätze werden unter dem BVB, Schalke, Leverkusen, Gladbach und vielleicht Wolfsburg ausgehandelt. Dito die Europa League-Teilnehmer. So war’s jedenfalls in den letzten Jahren. Doch jetzt? Jetzt werden lediglich die Bayern ihrer Favoritenrolle einigermaßen gerecht (einigermaßen deshalb, weil sie lange nicht mehr den üblichen Elan versprühen und durchaus verwundbar wirken), doch auf den Königsklassen-Plätzen sitzen derzeit Aufsteiger RB Leipzig, Hoffenheim und der Effzeh. Die üblichen Verdächtigen? Dümpeln irgendwo im Mittelfeld rum.

Carrie will Fechterin werden!

Ich wollte euch ja von meiner kürzlich leidenschaftlich (wieder)erwachten Schwäche für den Fechtsport berichten. Diese Eleganz, diese Körperbeherrschung, diese … hallo? HALLO?? Hört mir noch jemand zu? Schade …

Nach Länderspielpause schwächeln Top-Clubs

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Jogi Löws WM-Quali ist bislang makellos. Die beiden Spiele gegen Tschechien und Nordirland haben seine Jungs souverän und ohne ein Gegentor gewonnen. Das ist sehr erfreulich. Weniger amüsant dagegen, dass die Nationalspieler den Schwung ihrer erfolgreich absolvierten Länderspiele nicht mit in ihre Bundesliga-Clubs nehmen konnten.

Feiernde Underdogs – schwächelnde Favoriten

Dortmund gelingt am 7. Spieltag nur ein 1:1 gegen Hertha, Gladbach spielt 0:0 gegen den HSV, Schalke schafft in Augsburg ebenfalls nur ein mühsames 1:1 und auch der Branchenprimus schwächelt. Zum zweiten Mal in Folge lassen die Bayern Punkte.

Nach dem Unentschieden gegen Köln gab’s auch gegen die Frankfurter Eintracht gestern nur einen Punkt. Das Team von Geburtstagskind Niko Kovac rang den tranigen Münchnern in Unterzahl ein 2:2 ab, was natürlich gefeiert wurde wie ein Sieg.

Dass die Stimmung an der Säbener Straße noch nicht völlig unterirdisch ist, liegt nur an den ebenfalls schwächelnden Konkurrenten. Zumindest die nominell starken Teams daddeln ja alle in einer erschreckenden Regelmäßigkeit vor sich hin.

Sehr zu Freude der vermeintlichen Underdogs. So besiegten die kürzlich noch komatösen Werderaner den Champions League-Teilnehmer Bayer Leverkusen gestern mit 2:1 und der unfassbar starke Effzeh (1. FC Köln) setzt seine Siegesserie mit einem 2:1 gegen Schlusslicht Ingolstadt fort. Hoffenheim ist nach dem 2:1-Sieg gegen Freiburg auf Europa League-Kurs – genau wie der FSV Mainz 05, der sich heute ebenfalls über ein 2:1 gegen Lokalrivalen Darmstadt freuen durfte.

Aktuell hofft man in Wolfsburg auf das erste Gomez-Tor. Wobei – gegen Leipzig würde man auch sehr gerne überhaupt einen Treffer nehmen. Egal von wem. Im Moment steht es allerdings noch 0:0.

Harte Wochen

Wie geht’s weiter? Unter der Woche mit der Champions League (und Europa League), dann folgt der 8. Spieltag und die nächste Runde des DFB-Pokals. Englische Wochen also. Mal sehen, wie sich das auf die Spielfreude mancher enttäuschender Protagonisten auswirkt. Oder die der Underdogs …

Bundesliga: des Pudels Kern

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Wer erinnert sich noch an Fausts Osterspaziergang? Niemand? Hab ich befürchtet… Na schön: Als Herr Faust aus Goethes gleichnamigem Drama sich einst zu Ostern seine Gelehrtenbeine vertrat, lief ihm ein schwarzer Pudel zu, oder besser gesagt: hinterher. Zurück in Faustens Studierzimmer verwandelte sich jenes possierliche Tierchen jedoch in Mephisto und inspierierte den wortgewandten, wenn auch ansonsten ewig suchenden Faust zur Aussage: „Das also war des Pudels Kern!“

Nun steckt nicht in jeder Lockentöle der Leibhaftige (wobei ich das im Falle meines eigenen vierbeinigen Krauskopfes nicht mit letzter Sicherheit ausschließen kann), wohl aber bergen viele unscheinbare Lebewesen Geheimnisse, die man nicht erwartet hätte.

Des Pudels Relevanz für die Liga

Nun darf der geneigte Leser ruhig fragen, ob die Autorin schon um diese Zeit dem Hochprozentigen zugesprochen hat (nein!) oder inwiefern dieses Gelaber auch nur die geringste Relevanz für eine Fußball-Seite hat. Beginnen wir beim Vordergründigen: Manuel Neuer hat vorhin ein Selfie von sich und einem kleinen Hund auf Facebook gepostet. Er hat heute frei und genießt den Herbst (also kein Osterspaziergang!). Doch womöglich fragt auch er sich, ob in dem kecken braunen Tierchen vielleicht mehr steckt, als nur ein kleiner Furzer mit zugegeben enormen Putzigkeitsfaktor. Vielleicht sogar eine Art Orakel, warum es in der Bundesliga mal wieder so schrecklich merkwürdig ist?

Nach sechs Spieltagen kann man wohl mit Fug und Recht von Tendenzen sprechen: Von der überraschenen Stärke von Clubs wie Hertha BSC (aktuell Platz 2) und dem Effzeh (aktuell Platz 4). Von der ebenfalls überraschenden Stärke der Aufsteiger Red Bull Leipzig (aktuell Platz 5) und Freiburg (aktuell Platz 10). Von der erschreckenden Schwäche der Nord-Vereine HSV (Tabellenletzter – neuer Trainer), Werder Bremen (aktuell Platz 15 – neuer Trainer) und Wolfsburg (aktuell Platz 13 – warum trifft Mario Gomez nicht?). Und vor allem von der wirklich gruseligen Unfähigkeit aller Verfolger, ein Straucheln der Bayern (1:1 gegen Köln am Samstag) zu ihrem Vorteil zu nutzen: Dortmund kackt in Leverkusen mit 0:2 ab und Mönchengladbach geht auf Schalke mit 0:4 baden (übrigens das erste Lebenszeichen der Königsblauen in dieser Saison). Von den schwachen Auftritten bei der Champions League möchte ich an dieser Stelle gar nicht erst anfangen.

Was also verbirgt Neuers Hund?

Womöglich werden wir auf diese Antwort noch ein bisschen warten müssen, den jetzt ist erst einmal wieder Länderspielpause angesagt. Die WM-Quali gegen Tschechien (am 8.10.) und Nordirland (11.10.) steht an, ehe der Liga-Ball ab dem 14.10. wieder rollt.

Die Befragung des hauseigenen Vierbeiners endete übrigens ergebnislos. Toni – obwohl ein großer Ballfreund und benannt nach dem schönsten Stürmer, den die Fußballplätze dieser Erde jemals gesehen haben (Luca Toni natürlich!) – ist ein unfassbarer Ignorant. Bei Fußballspielen im TV verlässt er das Wohnzimmer, bei Fragen nach dem tieferen Sinn der Liga-Situation geht er in die Hecke und antwortet nonverbal, doch eindeutig: Ihm geht der ganze Mist am A… vorbei.

In diesem Sinne noch einen schönen Einheitstag!

Hertha? Leipzig? Effzeh? Wer jagt den Platzhirsch?

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Mit allergrößtem Vergnügen kann ich verkünden: diese Bundesliga-Saison wird spannend! Also zumindest spannender als in den letzten Jahren. Denn es scheint (wenn auch nicht superwahrscheinlich) diesmal möglich zu sein, dass der mächtige Platzhirsch FC Bayern München womöglich doch nicht unverwundbar ist. Denn auch wenn die Bilanz der Bayern nach bislang drei Spieltagen vordergründig makellos wirkt – da könnte was gehen!

Ein Überblick über den Gejagten, die Jäger und die sonstige Strecke

FC Bayern München:

Hass-Verein für die einen, Lieblings-Club für die anderen – Rekordmeister und überhaupt Mega-Dingens. Gestern beim ersten Wiesn-Heimspiel zeigten sich die Spieler teilweise erschreckend desorientiert. Klar, ein Teil der Mannschaft lag mit Magen-Darm flach oder war von sonstigen Schäden heimgesucht, doch der bajuwarische Luxuskader sollte auch Ausfälle von Lahm, Müller und Alaba kompensieren können – zumal gegen eine Mannschaft wie den FC Ingolstadt. Zugegeben: Gewonnen hat der FCB trotzdem mit 3:1 – aber dieser Sieg wirkte fast wie eine Niederlage.

Jäger oder Beute? Exklusivste Beute der Liga! Fünfte Meisterschaft in Folge? Schaun mer mal!

Red Bull Leipzig:

Hass-Verein für etliche, Lieblings-Club für wenige – interessantester Aufsteiger seit langem! Dino HSV hatte bei der gestrigen 0:4-Heimklatsche gegen den Neu-Bundesligisten jedenfalls nicht viel zu lachen.

Jäger oder Beute? Eindeutig Jäger – wobei es am Ende wohl eher ein solider Platz im Mittelfeld wird – zur Stunde (das letzte Spiel des Tages läuft noch) aber Tabellenplatz 2.

Effzeh – 1. FC Köln:

Lieblingsverein für praktisch alle, die den Effzeh überhaupt wahrnehmen! Hat erstaunlicherweise die komplette karnevalistische Folklore abgelegt und konzentriert sich seit ein paar Jahren ernsthaft aufs Fußballspielen. Inzwischen sogar ziemlich erfolgreich. Aktueller Tabellenplatz 3. Dank des Freitagsspiels (und des Siegs gegen den SC Freiburg) sogar ein paar Stunden lang Tabellenführer.

Jäger oder Beute? Hm, wohl doch eher Beute. Aber eine ziemlich fette Beute, die nicht einfach zu erlegen ist! Vielleicht geht ja in der nächsten Saison was in der Europa League!

Borussia Dortmund:

Hass-Verein für viele, Lieblings-Club für ebenfalls ziemlich viele – muss man nicht verstehen, kann man nur so hinnehmen! Hat sich letztes Wochenende fulminant gegen Leipzig blamiert, seitdem aber in der Champions League und in der Bundesliga (gestern gegen Darmstadt) spielübergreifend 12:0 Tore geschossen. Das muss man auch nicht verstehen, aber voller Bewunderung zur Kenntnis nehmen – zumal Tuchel mit einem superjungen Team operiert. Sehr spannend. Aktuell aber nur Tabellenplatz 4.

Jäger oder Beute? Selbstredend Jäger! Top-Jäger ohne jeden Zweifel. Es wird wohl wieder auf ein Kopf an Kopf-Rennen zwischen München und Dortmund hinauslaufen.

Hertha BSC:

Ja, es gibt wohl auch einige Menschen, die die Hertha als Lieblingsverein bezeichnen. Da muss man tolerant sein. Die Hauptstädter sind insgesamt äußerst unauffällig, aber bislang höchst effizient. Sollten sie heute gegen Schalke gewinnen (im Moment steht es 0:0), dann springen sie wieder auf den zweiten Platz – als einzige Mannschaft neben dem FC Bayern ohne Punktverlust. Abwarten!

Jäger oder Beute? Es fühlt sich zwar surreal an, aber doch Jäger! Wer so unterm Radar fliegt, hat womöglich noch mehr im Köcher!

Borussia Mönchengladbach:

Lieblingsverein von allen Pferdemädchen, denn die können naturgemäß keinem „Fohlen“ widerstehen! Sonst ein wenig unausgeglichen und womöglich überfordert in Liga und Champions League. Gestern immerhin frischen Mut gegen Werder Bremen geschöpft, aber die Hanseaten sind derzeit auch keine Gegner, die das Prädikat überhaupt verdienen.

Jäger oder Beute? Schwer zu sagen – Fohlen sind ja bekanntlich Fluchttiere … also: Beute. Gestrandet im Mittelfeld!

Eintracht Frankfurt:

Lieblings-Club von Goethe und anderen Eingeborenen wird ansonsten schulterzuckend zur Kenntnis genommen! Hat einige krasse Aggro-Fans in den Reihen, die den Spaß am Fußball für andere Zuschauer etwas schmälern. Ansonsten immer gut für (emotionale) Achterbahnfahrten. Gestern gab’s für die Adler-Elf gleich zwei Highlights: zum einen wurde der Vertrag mit dem an Krebs erkrankten Marco Russ vorzeitig bis 2019 verlängert, zum anderen besiegten sie den Champions League-Teilnehmer Bayer Leverkusen.

Jäger oder Beute? Gut, da gibt’s nicht viel zu diskutieren, für ernsthafte Jäger-Ambitionen wird’s nicht reichen, aber ich wette, dass die Eintracht diesmal einige Clubs hinter sich lässt.

VfL Wolfsburg:

Ja, die Wölfe haben auch Fans. Hört man. Aber es gibt ja in Wolfsburg nicht viele andere Dinge, für die man sich sonst begeistern könnte. Dann halt den Fußball-Verein. Man hat sich die Dienste von Stürmer Mario Gomez gesichert. Der hat zwar in dieser Saison noch nicht getroffen, aber da geht was! Gestern ging nur ein 0:0 gegen Hoffenheim – was immerhin  keine Niederlage ist.

Jäger oder Beute? Der Wolf an sich ist zwar traditionell ein Jäger (vor allem im Rudel = Wölfe), aber … ähm. Nein. Beute!

FSV Mainz 05:

Lieblings-Club aller Mainzer Karnevalisten, Hass-Verein von Anhängern gegnerischer Mannschaften auf lokaler Ebene. Ansonsten haben sie ein wenig die Rolle als Karnevals-Club vom Effzeh übernommen (der ja neuerdings so irre seriös ist). Die Mainzer haben ihre Linie jedenfalls noch nicht gefunden, aber immerhin vorhin den ersten Saisonsieg  gegen Augsburg (3:1) eingefahren.

Jäger oder Beute? In jedem Fall Pappnasen! Und das muss nichts Schlechtes sein.

TSG Hoffenheim:

Hat Fans. Zumindest einige. Fußballerisch nach drei Unentschieden noch nicht ganz auf der Höhe – da ist in beide Richtungen alles drin. Oder fast alles, denn die Spitze werden sie wohl nicht mehr attackieren.

Jäger oder Beute? Ein fetter Hase allemal!

Bayer Leverkusen:

Hat erstaunlich viele Fans – sogar einige unter Kölner Karnevalisten. Ist Champions League-Teilnehmer, aber aktuell nicht so super erfolgreich, ist auch in der Bundesliga aktuell nicht so super erfolgreich (siehe die gestrige Niederlage gegen die Eintracht). Trotzdem hat die Werkself an sich ein schlagkräftiges Team. Vielleicht ist der Trainer die Schwachstelle? Bleibt spannend?

Jäger oder Beute? Ich schätze mal, dass Roger Schmitt demnächst den Weg des Viktor Skripnik gehen muss.

SC Freiburg:

Herzensclub nicht nur vieler Breisgauer! Der Wiederaufsteiger ist natürlich ein absoluter Außenseiter, besticht aber mit kauzigem Charme und Widerstandskräften – trotz der klaren 0:3-Heimniederlage gegen Köln am Freitag.

Jäger oder Beute? Jäger – auf einen sicheren Nichtabstiegsplatz!

FC Augsburg:

Lieblingsverein aller Schwaben (denn Stuttgart ist ja nicht mehr dabei …). Wursteln sich so durch. Doch die Wursteligkeit sieht in dieser Saison noch nicht sehr zielführend aus. Könnte auch ein schweres Abwärts-Wursteln werden.

Jäger oder Beute? Den letzten beißen die Hunde … aber es gibt ja noch Teams wie Bremen und den HSV.

Darmstadt 98:

Genießt größtes Ansehen bei allen Lilien-Fans, wird gehasst von allen Eintracht-Fans – und umgekehrt. Hat ein kleineres Budget als die Portokasse des FC Bayern. Will trotzdem erstklassig bleiben. Könnte was werden. Oder auch nicht.

Jäger oder Beute? Extrem hohe Beute-Wahrscheinlichkeit, aber der Duft von Lilien könnte noch was bringen.

FC Schalke 04:

Wird im Pott geliebt (von den einen) und gehasst (von den anderen). So stolz wie die Königsblauen ist kein anderer Club in der Liga – so erratisch im Auftreten allerdings auch nicht. Der aktuelle Ligaverlauf ist ein Desaster. Es muss ein Ruck durch die Knappen gehen. Oder so.

Jäger oder Beute? Vom Selbstverständnis her natürlich Jäger, realistisch eher ein fetter (Abschuss)-Bock!

FC Ingolstadt:

Wird sehr geliebt von seinen Fans, doch die „Schanzer“ zeigen sich in der Chancenverwertung derzeit höchst unterklassig. Da wäre nämlich gestern gegen die Bayern echt was gegangen. Wenn diese Schwäche jedoch abgestellt wird, wer weiß, wer weiß, was dann noch drin ist …

Jäger oder Beute? Jäger des Ehrenwimpels für besonderes Bemühen!

Hamburger SV:

Lieblings-Club aller Liga-Archäologen, Hass-Verein aller anderen. Die Dinosaurier sind nicht ohne Grund ausgestorben. Dass der letzte Dino so lange durchhält, grenzt ohnehin an ein Wunder. Die gibt es bekanntlich immer wieder – aber nicht jedes Jahr für den HSV. Daher:

Jäger oder Beute? Der Dino wird erlegt!

Werder Bremen:

Was ist grün und stinkt nach Fisch? Solche Schmähgesänge hören die Werder-Spieler schon lange nicht mehr von den Bayern-Fans, sondern von den frustrierten eigenen Anhängern. Die desaströse Quote von 2:12 Toren nach nur drei (verlorenen!) Ligaspielen kostete heute schon dem Trainerstab um Viktor Skripnik den Kopf.

Jäger oder Beute: Die Haseaten gehen gemeinsam unter!