Die Bullen sind los

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Darauf wartet Fußball-Deutschland seit einer gefühlten Ewigkeit: Das Titelrennen in der Bundesliga scheint tatsächlich spannend werden zu können. Nach über einem Jahr ist der FC Bayern München NICHT mehr auf dem ersten Tabellenplatz! Wie konnte das passieren?

Es gibt wieder ein Titelrennen!

Wenn man es nicht gerade sehr mit den Bayern hält, ist es doch eine sehr gute Nachricht, dass es offenbar inzwischen anderen Clubs gelingt, die Münchner Dominanz ein wenig in Frage zu stellen. Erstaunlich ist in der aktuellen Liga-Konstellation also vor allem das „wer“. Denn es sind nicht die anderen Großvereine, die den Bayern das Leben schwer machen – Leverkusen, Schalke, Gladbach, Wolfsburg krebsen in den Niederungen des Mittelfelds herum -, sondern ein Aufsteiger. Genauer gesagt DER Aufsteiger! Die roten Bullen aus Leipzig haben am Freitag (nach einem Sieg über Leverkusen) die Ligaspitze erklommen und den Münchnern ist es am Samstagabendspiel gegen den BVB, nicht gelungen, dieses historische Ergeignis wieder zu korrigieren. So kassierte der Rekordmeister seine erste Saisonniederlage, für Dortmund war es dagegen der erste Heimsieg gegen die Bayern seit über vier Jahren!

Der BVB ist nun also auf Platz 3 – punktgleich mit Köln, Hoffenheim, Hertha und Eintracht Frankfurt!

Das Liga-Präkariat rüstet auf

Ja, man muss sich die Augen reiben: Köln, Hoffenheim, Hertha und die Frankfurter Eintracht sind punktgleich mit dem BVB in absoluter Schlagnähe zur Tabellenspitze. Will heißen: Vier Clubs, die in den letzten Jahren eher im Abstiegskampf verwickelt waren, machen plötzlich eine ganze Menge richtig. Gleichzeitig stehen Traditionsvereine wie Werder und der HSV scheinbar endgültig vorm totalen Kollaps und finden keine Mittel mehr, um im normalen Liga-Alltag mitzuhalten. Spannend ist diese Entwicklung allemal.

Was bedeutet das auf internationaler Ebene?

Während die Liga also so aktiv und unberechenbar ist, wie lange nicht, muss die Frage gestattet sein, was das für die internationalen Turniere bedeutet. Kann man ernsthaft glauben, dass Vereine wie Köln oder Frankfurt nächstes Jahr in der Champions oder Europa League spielen? Und was ist mit Red Bull Leipzig? Der sächsische Neuling hat zweifellos Ambitionen, oben mitzumischen – und womöglich auch die (finanziellen) Mittel dafür. Aber wie würden sich die roten Bullen wohl gegen Barcelona oder Manchester City anstellen? Darüber könnte man trefflich spekulieren, zeigen wird es erst die Realität.

Und sonst so?

Alle wundern sich: Der BVB stänkert durch ihren Lautsprecher Watzke bei der Aktionärsversammlung in Richtung Leipzig: „Wir brauchen diesen Tabellenführer nicht!“ Die Bayern zeigen sich irritiert, ob der jüngsten Schwächephase, die auch noch anhält und Torhüter Manuel Neuer erwischt hat. Der Keeper kann wegen einer Wadenverhärtung nicht zum Champions League Spiel nach Rostow reisen, sondern überlässt Sven Ulreich seinen Kasten. Kurz: Es bleibt tatsächlich spannend!

 

Miro Klose – zurück in der Nationalmannschaft!

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Comeback

Es war die (Fußball)Meldung des Tages: Rekordtorschütze Miroslav Klose kehrt zur Nationalmannschaft zurück! Zwar (leider) nicht als Stürmer, denn der 38-jährige hat seine aktive Karriere beendet, sondern als Praktikant. Miro wird beim DFB ein „individuelles Ausbildungs- und Traineeprogramm absolvieren“, heißt es in der Pressemitteilung. Im Klartext: Er wird Praktikant! Neben seiner Trainerausbildung  „wird der ehemalige Weltklassestürmer ab sofort auch als fester Bestandteil die A-Nationalmannschaft und ausgewählte Maßnahmen im U-Bereich begleiten“. Womöglich heißt das, dass er seinen eigenen Nachfolger ausbilden und trainieren soll. Doch dabei gibt es ein Problem – es gibt keinen, der sich als klassischer Mittelstürmer anbietet. Mario Gomez wäre ein Kandidat, doch der leidet wie sein Club Wolfsburg an dramatischer Schaffenskrise. Sonst ist auf weiter Flur keiner zu sehen, der dem Profil entsprechen würde – und Jogi Löw gilt nun auch nicht als ausgesprochener Stürmer-Fan. Keine leichte Aufgabe also für Miro, doch er wird sie ganz bestimmt meistern. Notfalls schnitzt er einen Kollegen – oder zeugt ihn. Seine Zwillingsjungs sind doch bestimmt bald alt genug für die ersten Junioren-Teams.

Go on!

Apropos meistern: eine Zwischenetappe zum erklärten Saisonziel „Triple“ (ist jedes Jahr das erklärte Saisonziel der Münchner, meistens wird’s nur nix) haben die Bayern bereits gestern geschafft. Mit dem wenig glamourösen 2:1-Sieg über Eindhoven, haben sie den Einzug ins Achtelfinale der Champions League breits geschafft. Und das nach nur vier Vorrundenspielen, aber dank zweier Tore von Rober Lewandowski (der der perfekte Mittelstürmer ist, aber leider Pole und somit nichts für Miros neues Aufgabengebiet). Einen kleinen Schönheitsfehler hat die Sache allerdings noch: Erzrivale Atletico Madrid führt die Tabelle an – und das geht ja mal gar nicht. Warten wir’s ab, ob sie diese Schmach noch abwenden können. Nach einer unabwendbaren Schmach sieht es dagegen für Borussia Mönchengladbach aus. Nach dem eher dürftigen 1:1 gegen Celtic hilft wohl nur noch ein Wunder fürs Erreichen der nächsten Runde. Heute Abend spielen noch Dortmund (können ebenfalls das Achtelfinale schon fix machen) und Leverkusen hat ebenfalls noch Hoffnung.

Jogi, Basti, Lotti – Pardon: Lotte!

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Zugegeben, es war ein bisschen ruhig hier in den letzten Tagen – okay: Wochen! Aber es war auch einiges los. Ja, auch beim Fußball (dazu gleich), doch auch abseits des Grüns: Buchmesse, Wasserschaden, Zahnarztbesuche forderten als mehr oder minder aufregende Alternativen ihren Tribut und waren recht zeitraubend. *seufz* Außerdem habe ich mich heute übrigens relativ ausführlich mit einer ganz anderen Sportart auseinandergesetzt: dem Fechten! Ehrlich, DAS ist eine coole Sache und darüber würde ich jetzt gerne ein paar Worte verlieren, doch ein besorgter Leser fragte mich gestern tatsächlich in einer eMail ob’s mir „die Sprache verschlagen“ habe, weil hier schon länger nichts mehr Aktuelles geschrieben wurde. Nein, lieber F., trotz örtlicher Betäubung und neuer Krone am Backenzahn funktioniert das Mundwerk noch ganz gut. Ich bin auch nicht tot, wie deine Spekulationen weiter nahelegten … Ich war nur einfach ziemlich beschäftigt. Aber danke für deine Sorge. Also nichts übers Fechten (schade), dafür etwas übers runde Leder!

Jogi will Europameister werden!

Ganz so hat er das bei der DFB-Pressekonferenz heute Mittag zwar nicht gesagt, aber man darf annehmen, dass die Vertragsverlängerung bis 2020 genau diesen Zweck hat. Also nachdem er mit „Die Mannschaft“ den WM-Titel 2018 in Russland verteidigt hat. DFB-Präsident Grindel konnte sich ein breites Lächeln jedenfalls nicht verkneifen, als die Tinte unter dem Vertrag getrocknet war, und tönte ergriffen: „Ich habe immer betont, dass ich mir keinen besseren Trainer für unsere Nationalmannschaft vorstellen kann als Jogi Löw. Er hat die Mannschaft in den vergangenen Jahren mit seiner Leidenschaft und einer hohen fachlichen Kompetenz geprägt, weiterentwickelt und zum WM-Titel geführt. Er strahlt eine große Entschlossenheit und Motivation aus, den WM-Titel 2018 in Russland verteidigen zu wollen.“ Na dann!

Basti will wieder Spieler werden!

Womöglich denkt Herr Schweinsteiger sogar über einen Rücktritt vom Rücktritt nach. Es ist jedenfalls schon erstaunlich, dass praktisch zeitgleich mit der Vertragsverlängerung von Jogi Löw beim DFB, auch die freudige Nachricht die Runde macht, dass Basti wieder mit der der Mannschaft von Manchester United trainieren darf. Das klingt zwar relativ unspektakulär, denn nach aktueller Lage der Dinge ist er nach wie vor ein hochbezahlter Arbeitnehmer des Mourinho-Clubs und auch nicht verletzt, doch zu rechnen war damit eigentlich auch nicht mehr. „Mou“ hatte schließlich schon zu Saisonbeginn getönt, dass er er die Dienste des WM-Helden von 2014 für lässlich hielt. Man wähnte Schweinsteiger schon als neue Zierde eines US-Clubs (bevorzugt in New York) oder als hauptamltichen Spielermann seiner Tennis-Gattin Ana Ivanovic. Doch nun ist er wieder voll dabei – und träumt vielleicht auch noch vom EM-Titel, der letzte, der ihn in seiner Sammlung noch fehlt …

Lotte will Pokalsieger werden!

Ist das nicht eine schöne Geschichte, wie der wackere Dritt-Liga-Club Sportfreunde Lotte letzte Woche Bayer Leverkusen aus dem Pokal geworfen hat? Im Achtelfinale im Februar bekommt es die Flotte Lotte jedenfalls mit 1860 München zu tun, was eine machbare Aufgabe ist. Und dann? Dann ist alles möglich!

Liga will wieder spannend werden!

Dass an der Bundesliga lediglich der Abstiegskampf spannend ist, war einer der beliebtesten Stoßseufzer der letzten Zeit. Klar, die Bayern holen sich die Schale – wie immer. Die restlichen Champions League-Plätze werden unter dem BVB, Schalke, Leverkusen, Gladbach und vielleicht Wolfsburg ausgehandelt. Dito die Europa League-Teilnehmer. So war’s jedenfalls in den letzten Jahren. Doch jetzt? Jetzt werden lediglich die Bayern ihrer Favoritenrolle einigermaßen gerecht (einigermaßen deshalb, weil sie lange nicht mehr den üblichen Elan versprühen und durchaus verwundbar wirken), doch auf den Königsklassen-Plätzen sitzen derzeit Aufsteiger RB Leipzig, Hoffenheim und der Effzeh. Die üblichen Verdächtigen? Dümpeln irgendwo im Mittelfeld rum.

Carrie will Fechterin werden!

Ich wollte euch ja von meiner kürzlich leidenschaftlich (wieder)erwachten Schwäche für den Fechtsport berichten. Diese Eleganz, diese Körperbeherrschung, diese … hallo? HALLO?? Hört mir noch jemand zu? Schade …

Nach Länderspielpause schwächeln Top-Clubs

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Jogi Löws WM-Quali ist bislang makellos. Die beiden Spiele gegen Tschechien und Nordirland haben seine Jungs souverän und ohne ein Gegentor gewonnen. Das ist sehr erfreulich. Weniger amüsant dagegen, dass die Nationalspieler den Schwung ihrer erfolgreich absolvierten Länderspiele nicht mit in ihre Bundesliga-Clubs nehmen konnten.

Feiernde Underdogs – schwächelnde Favoriten

Dortmund gelingt am 7. Spieltag nur ein 1:1 gegen Hertha, Gladbach spielt 0:0 gegen den HSV, Schalke schafft in Augsburg ebenfalls nur ein mühsames 1:1 und auch der Branchenprimus schwächelt. Zum zweiten Mal in Folge lassen die Bayern Punkte.

Nach dem Unentschieden gegen Köln gab’s auch gegen die Frankfurter Eintracht gestern nur einen Punkt. Das Team von Geburtstagskind Niko Kovac rang den tranigen Münchnern in Unterzahl ein 2:2 ab, was natürlich gefeiert wurde wie ein Sieg.

Dass die Stimmung an der Säbener Straße noch nicht völlig unterirdisch ist, liegt nur an den ebenfalls schwächelnden Konkurrenten. Zumindest die nominell starken Teams daddeln ja alle in einer erschreckenden Regelmäßigkeit vor sich hin.

Sehr zu Freude der vermeintlichen Underdogs. So besiegten die kürzlich noch komatösen Werderaner den Champions League-Teilnehmer Bayer Leverkusen gestern mit 2:1 und der unfassbar starke Effzeh (1. FC Köln) setzt seine Siegesserie mit einem 2:1 gegen Schlusslicht Ingolstadt fort. Hoffenheim ist nach dem 2:1-Sieg gegen Freiburg auf Europa League-Kurs – genau wie der FSV Mainz 05, der sich heute ebenfalls über ein 2:1 gegen Lokalrivalen Darmstadt freuen durfte.

Aktuell hofft man in Wolfsburg auf das erste Gomez-Tor. Wobei – gegen Leipzig würde man auch sehr gerne überhaupt einen Treffer nehmen. Egal von wem. Im Moment steht es allerdings noch 0:0.

Harte Wochen

Wie geht’s weiter? Unter der Woche mit der Champions League (und Europa League), dann folgt der 8. Spieltag und die nächste Runde des DFB-Pokals. Englische Wochen also. Mal sehen, wie sich das auf die Spielfreude mancher enttäuschender Protagonisten auswirkt. Oder die der Underdogs …

Bundesliga: des Pudels Kern

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Wer erinnert sich noch an Fausts Osterspaziergang? Niemand? Hab ich befürchtet… Na schön: Als Herr Faust aus Goethes gleichnamigem Drama sich einst zu Ostern seine Gelehrtenbeine vertrat, lief ihm ein schwarzer Pudel zu, oder besser gesagt: hinterher. Zurück in Faustens Studierzimmer verwandelte sich jenes possierliche Tierchen jedoch in Mephisto und inspierierte den wortgewandten, wenn auch ansonsten ewig suchenden Faust zur Aussage: „Das also war des Pudels Kern!“

Nun steckt nicht in jeder Lockentöle der Leibhaftige (wobei ich das im Falle meines eigenen vierbeinigen Krauskopfes nicht mit letzter Sicherheit ausschließen kann), wohl aber bergen viele unscheinbare Lebewesen Geheimnisse, die man nicht erwartet hätte.

Des Pudels Relevanz für die Liga

Nun darf der geneigte Leser ruhig fragen, ob die Autorin schon um diese Zeit dem Hochprozentigen zugesprochen hat (nein!) oder inwiefern dieses Gelaber auch nur die geringste Relevanz für eine Fußball-Seite hat. Beginnen wir beim Vordergründigen: Manuel Neuer hat vorhin ein Selfie von sich und einem kleinen Hund auf Facebook gepostet. Er hat heute frei und genießt den Herbst (also kein Osterspaziergang!). Doch womöglich fragt auch er sich, ob in dem kecken braunen Tierchen vielleicht mehr steckt, als nur ein kleiner Furzer mit zugegeben enormen Putzigkeitsfaktor. Vielleicht sogar eine Art Orakel, warum es in der Bundesliga mal wieder so schrecklich merkwürdig ist?

Nach sechs Spieltagen kann man wohl mit Fug und Recht von Tendenzen sprechen: Von der überraschenen Stärke von Clubs wie Hertha BSC (aktuell Platz 2) und dem Effzeh (aktuell Platz 4). Von der ebenfalls überraschenden Stärke der Aufsteiger Red Bull Leipzig (aktuell Platz 5) und Freiburg (aktuell Platz 10). Von der erschreckenden Schwäche der Nord-Vereine HSV (Tabellenletzter – neuer Trainer), Werder Bremen (aktuell Platz 15 – neuer Trainer) und Wolfsburg (aktuell Platz 13 – warum trifft Mario Gomez nicht?). Und vor allem von der wirklich gruseligen Unfähigkeit aller Verfolger, ein Straucheln der Bayern (1:1 gegen Köln am Samstag) zu ihrem Vorteil zu nutzen: Dortmund kackt in Leverkusen mit 0:2 ab und Mönchengladbach geht auf Schalke mit 0:4 baden (übrigens das erste Lebenszeichen der Königsblauen in dieser Saison). Von den schwachen Auftritten bei der Champions League möchte ich an dieser Stelle gar nicht erst anfangen.

Was also verbirgt Neuers Hund?

Womöglich werden wir auf diese Antwort noch ein bisschen warten müssen, den jetzt ist erst einmal wieder Länderspielpause angesagt. Die WM-Quali gegen Tschechien (am 8.10.) und Nordirland (11.10.) steht an, ehe der Liga-Ball ab dem 14.10. wieder rollt.

Die Befragung des hauseigenen Vierbeiners endete übrigens ergebnislos. Toni – obwohl ein großer Ballfreund und benannt nach dem schönsten Stürmer, den die Fußballplätze dieser Erde jemals gesehen haben (Luca Toni natürlich!) – ist ein unfassbarer Ignorant. Bei Fußballspielen im TV verlässt er das Wohnzimmer, bei Fragen nach dem tieferen Sinn der Liga-Situation geht er in die Hecke und antwortet nonverbal, doch eindeutig: Ihm geht der ganze Mist am A… vorbei.

In diesem Sinne noch einen schönen Einheitstag!

Hertha? Leipzig? Effzeh? Wer jagt den Platzhirsch?

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Mit allergrößtem Vergnügen kann ich verkünden: diese Bundesliga-Saison wird spannend! Also zumindest spannender als in den letzten Jahren. Denn es scheint (wenn auch nicht superwahrscheinlich) diesmal möglich zu sein, dass der mächtige Platzhirsch FC Bayern München womöglich doch nicht unverwundbar ist. Denn auch wenn die Bilanz der Bayern nach bislang drei Spieltagen vordergründig makellos wirkt – da könnte was gehen!

Ein Überblick über den Gejagten, die Jäger und die sonstige Strecke

FC Bayern München:

Hass-Verein für die einen, Lieblings-Club für die anderen – Rekordmeister und überhaupt Mega-Dingens. Gestern beim ersten Wiesn-Heimspiel zeigten sich die Spieler teilweise erschreckend desorientiert. Klar, ein Teil der Mannschaft lag mit Magen-Darm flach oder war von sonstigen Schäden heimgesucht, doch der bajuwarische Luxuskader sollte auch Ausfälle von Lahm, Müller und Alaba kompensieren können – zumal gegen eine Mannschaft wie den FC Ingolstadt. Zugegeben: Gewonnen hat der FCB trotzdem mit 3:1 – aber dieser Sieg wirkte fast wie eine Niederlage.

Jäger oder Beute? Exklusivste Beute der Liga! Fünfte Meisterschaft in Folge? Schaun mer mal!

Red Bull Leipzig:

Hass-Verein für etliche, Lieblings-Club für wenige – interessantester Aufsteiger seit langem! Dino HSV hatte bei der gestrigen 0:4-Heimklatsche gegen den Neu-Bundesligisten jedenfalls nicht viel zu lachen.

Jäger oder Beute? Eindeutig Jäger – wobei es am Ende wohl eher ein solider Platz im Mittelfeld wird – zur Stunde (das letzte Spiel des Tages läuft noch) aber Tabellenplatz 2.

Effzeh – 1. FC Köln:

Lieblingsverein für praktisch alle, die den Effzeh überhaupt wahrnehmen! Hat erstaunlicherweise die komplette karnevalistische Folklore abgelegt und konzentriert sich seit ein paar Jahren ernsthaft aufs Fußballspielen. Inzwischen sogar ziemlich erfolgreich. Aktueller Tabellenplatz 3. Dank des Freitagsspiels (und des Siegs gegen den SC Freiburg) sogar ein paar Stunden lang Tabellenführer.

Jäger oder Beute? Hm, wohl doch eher Beute. Aber eine ziemlich fette Beute, die nicht einfach zu erlegen ist! Vielleicht geht ja in der nächsten Saison was in der Europa League!

Borussia Dortmund:

Hass-Verein für viele, Lieblings-Club für ebenfalls ziemlich viele – muss man nicht verstehen, kann man nur so hinnehmen! Hat sich letztes Wochenende fulminant gegen Leipzig blamiert, seitdem aber in der Champions League und in der Bundesliga (gestern gegen Darmstadt) spielübergreifend 12:0 Tore geschossen. Das muss man auch nicht verstehen, aber voller Bewunderung zur Kenntnis nehmen – zumal Tuchel mit einem superjungen Team operiert. Sehr spannend. Aktuell aber nur Tabellenplatz 4.

Jäger oder Beute? Selbstredend Jäger! Top-Jäger ohne jeden Zweifel. Es wird wohl wieder auf ein Kopf an Kopf-Rennen zwischen München und Dortmund hinauslaufen.

Hertha BSC:

Ja, es gibt wohl auch einige Menschen, die die Hertha als Lieblingsverein bezeichnen. Da muss man tolerant sein. Die Hauptstädter sind insgesamt äußerst unauffällig, aber bislang höchst effizient. Sollten sie heute gegen Schalke gewinnen (im Moment steht es 0:0), dann springen sie wieder auf den zweiten Platz – als einzige Mannschaft neben dem FC Bayern ohne Punktverlust. Abwarten!

Jäger oder Beute? Es fühlt sich zwar surreal an, aber doch Jäger! Wer so unterm Radar fliegt, hat womöglich noch mehr im Köcher!

Borussia Mönchengladbach:

Lieblingsverein von allen Pferdemädchen, denn die können naturgemäß keinem „Fohlen“ widerstehen! Sonst ein wenig unausgeglichen und womöglich überfordert in Liga und Champions League. Gestern immerhin frischen Mut gegen Werder Bremen geschöpft, aber die Hanseaten sind derzeit auch keine Gegner, die das Prädikat überhaupt verdienen.

Jäger oder Beute? Schwer zu sagen – Fohlen sind ja bekanntlich Fluchttiere … also: Beute. Gestrandet im Mittelfeld!

Eintracht Frankfurt:

Lieblings-Club von Goethe und anderen Eingeborenen wird ansonsten schulterzuckend zur Kenntnis genommen! Hat einige krasse Aggro-Fans in den Reihen, die den Spaß am Fußball für andere Zuschauer etwas schmälern. Ansonsten immer gut für (emotionale) Achterbahnfahrten. Gestern gab’s für die Adler-Elf gleich zwei Highlights: zum einen wurde der Vertrag mit dem an Krebs erkrankten Marco Russ vorzeitig bis 2019 verlängert, zum anderen besiegten sie den Champions League-Teilnehmer Bayer Leverkusen.

Jäger oder Beute? Gut, da gibt’s nicht viel zu diskutieren, für ernsthafte Jäger-Ambitionen wird’s nicht reichen, aber ich wette, dass die Eintracht diesmal einige Clubs hinter sich lässt.

VfL Wolfsburg:

Ja, die Wölfe haben auch Fans. Hört man. Aber es gibt ja in Wolfsburg nicht viele andere Dinge, für die man sich sonst begeistern könnte. Dann halt den Fußball-Verein. Man hat sich die Dienste von Stürmer Mario Gomez gesichert. Der hat zwar in dieser Saison noch nicht getroffen, aber da geht was! Gestern ging nur ein 0:0 gegen Hoffenheim – was immerhin  keine Niederlage ist.

Jäger oder Beute? Der Wolf an sich ist zwar traditionell ein Jäger (vor allem im Rudel = Wölfe), aber … ähm. Nein. Beute!

FSV Mainz 05:

Lieblings-Club aller Mainzer Karnevalisten, Hass-Verein von Anhängern gegnerischer Mannschaften auf lokaler Ebene. Ansonsten haben sie ein wenig die Rolle als Karnevals-Club vom Effzeh übernommen (der ja neuerdings so irre seriös ist). Die Mainzer haben ihre Linie jedenfalls noch nicht gefunden, aber immerhin vorhin den ersten Saisonsieg  gegen Augsburg (3:1) eingefahren.

Jäger oder Beute? In jedem Fall Pappnasen! Und das muss nichts Schlechtes sein.

TSG Hoffenheim:

Hat Fans. Zumindest einige. Fußballerisch nach drei Unentschieden noch nicht ganz auf der Höhe – da ist in beide Richtungen alles drin. Oder fast alles, denn die Spitze werden sie wohl nicht mehr attackieren.

Jäger oder Beute? Ein fetter Hase allemal!

Bayer Leverkusen:

Hat erstaunlich viele Fans – sogar einige unter Kölner Karnevalisten. Ist Champions League-Teilnehmer, aber aktuell nicht so super erfolgreich, ist auch in der Bundesliga aktuell nicht so super erfolgreich (siehe die gestrige Niederlage gegen die Eintracht). Trotzdem hat die Werkself an sich ein schlagkräftiges Team. Vielleicht ist der Trainer die Schwachstelle? Bleibt spannend?

Jäger oder Beute? Ich schätze mal, dass Roger Schmitt demnächst den Weg des Viktor Skripnik gehen muss.

SC Freiburg:

Herzensclub nicht nur vieler Breisgauer! Der Wiederaufsteiger ist natürlich ein absoluter Außenseiter, besticht aber mit kauzigem Charme und Widerstandskräften – trotz der klaren 0:3-Heimniederlage gegen Köln am Freitag.

Jäger oder Beute? Jäger – auf einen sicheren Nichtabstiegsplatz!

FC Augsburg:

Lieblingsverein aller Schwaben (denn Stuttgart ist ja nicht mehr dabei …). Wursteln sich so durch. Doch die Wursteligkeit sieht in dieser Saison noch nicht sehr zielführend aus. Könnte auch ein schweres Abwärts-Wursteln werden.

Jäger oder Beute? Den letzten beißen die Hunde … aber es gibt ja noch Teams wie Bremen und den HSV.

Darmstadt 98:

Genießt größtes Ansehen bei allen Lilien-Fans, wird gehasst von allen Eintracht-Fans – und umgekehrt. Hat ein kleineres Budget als die Portokasse des FC Bayern. Will trotzdem erstklassig bleiben. Könnte was werden. Oder auch nicht.

Jäger oder Beute? Extrem hohe Beute-Wahrscheinlichkeit, aber der Duft von Lilien könnte noch was bringen.

FC Schalke 04:

Wird im Pott geliebt (von den einen) und gehasst (von den anderen). So stolz wie die Königsblauen ist kein anderer Club in der Liga – so erratisch im Auftreten allerdings auch nicht. Der aktuelle Ligaverlauf ist ein Desaster. Es muss ein Ruck durch die Knappen gehen. Oder so.

Jäger oder Beute? Vom Selbstverständnis her natürlich Jäger, realistisch eher ein fetter (Abschuss)-Bock!

FC Ingolstadt:

Wird sehr geliebt von seinen Fans, doch die „Schanzer“ zeigen sich in der Chancenverwertung derzeit höchst unterklassig. Da wäre nämlich gestern gegen die Bayern echt was gegangen. Wenn diese Schwäche jedoch abgestellt wird, wer weiß, wer weiß, was dann noch drin ist …

Jäger oder Beute? Jäger des Ehrenwimpels für besonderes Bemühen!

Hamburger SV:

Lieblings-Club aller Liga-Archäologen, Hass-Verein aller anderen. Die Dinosaurier sind nicht ohne Grund ausgestorben. Dass der letzte Dino so lange durchhält, grenzt ohnehin an ein Wunder. Die gibt es bekanntlich immer wieder – aber nicht jedes Jahr für den HSV. Daher:

Jäger oder Beute? Der Dino wird erlegt!

Werder Bremen:

Was ist grün und stinkt nach Fisch? Solche Schmähgesänge hören die Werder-Spieler schon lange nicht mehr von den Bayern-Fans, sondern von den frustrierten eigenen Anhängern. Die desaströse Quote von 2:12 Toren nach nur drei (verlorenen!) Ligaspielen kostete heute schon dem Trainerstab um Viktor Skripnik den Kopf.

Jäger oder Beute: Die Haseaten gehen gemeinsam unter!

Rote Bullen düpieren den BVB – der 2. Spieltag

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Fehlstart oder historische Blamage?

Dies zu beurteilen überlasse ich gerne den wahren Experten oder warte bis zum Ende der Saison, aber der zweite Spieltag der laufenden Bundesliga-Saison hatte doch einige Überraschungen parat. Allen voran der 1:0-Sieg von Red Bull Leipzig gegen Borussia Dortmund. Dabei lief doch für den BVB alles nach Plan. Selbst Mario Götze war wieder fit genug für gut 70 Minuten Ballzaubereien – gut, gezaubert hat er nicht ganz so lange, aber er war in schwarz-gelbem (gelb-schwarzen? ich kann’s mir einfach nicht merken…) Tuch gewandet und offenbar zufrieden, für seinen neuen alten Club spielen zu dürfen. Allein genutzt hat es nicht. Die roten Bullen aus Leipzig zeigten sich von Dortmunder Feingeistern vollkommen unbeeindruckt und setzten auf solide Defensive, rasante Konter – und ihre hochklassige Ersatzbank, die es schließlich war, die in der 89. Minute den Siegtreffer erzielte (konkret durch den Schützen Naby Keita). Die Liga ist entzückt, Tuchel ratlos und die BVB-Fans geschockt. Verlieren war nicht vorgesehen an diesem 2. Spieltag. Ist es ja nie, aber wenn, dann defintiv NICHT gegen Leipzig! Nun ja …

Es war überhaupt ein schlechtes Wochenende für Borussen, denn auch die Kollegen aus Mönchengladbach würden den Spieltag wohl gerne vergessen. Der Champions League-Teilnehmer war im Breisgau bei den Aufsteigern des SC Freiburg zu Gast – und fuhren mit Null Punkten (aus der 1:3-Niederlage) und der schmerzhaften Erkenntnis heim: Unterschätze niemals einen Aufsteiger!

Fehlstart Teil 3 gibt’s eindeutig in Bremen! Nach dem peinlichen Pokal-Aus gegen Lotte und dem 0:6-Debakel in München zum Saisonauftakt, sollte es gegen Augsburg endlich besser werden. Nein, das ist nicht ganz richtig: Es sollte gut werden. Grandios am besten. Aber mindestens drei Punkte wollte man vor heimischer Kulisse in jedem Fall holen. Und der FCA tat den Werderanern sogar den Gefallen, kurz vor der Pause den Gastgebern einen Elfmeter zu schenken. Johannsson verwandelte – die gute Laune in der Kabine war gesichert. Doch richtig mies schien sie bei den Gästen auch nicht gewesen zu sein. Kurz nach Wiederanpfiff schepperte es zum Ausgleich und  in der 73. Minute war das Spiel gedreht – und das Bremer Elend geht weiter.

Kabinettstückchen

Man könnte es getrost ebenfalls unter Fehlstart oder Blamage einordnen, doch das 4:4 zwischen Mainz und Hoffenheim hat Zeug für mehr. Und vor allem höchsten Unterhaltungswert – wenn man es nicht gerade mit Mainz 05 hält. Die Rheinhessen brachten nämlich das Kunststück fertig, eine 4:1-Pausenführung noch zu verdaddeln. Das schaffen nicht viele Teams – höchstens noch DIE MANNSCHAFT gegen Schweden … Respekt!

Das Prädikat „kurios“ verdient auch die Partie Leverkusen gegen den HSV – mit der zunächst höchst schmerzhaften Pointe auf Seiten der Werkself. Nach nur 11 Sekunden Spielzeit verletzte sich Nationalspieler Karim Bellarabi so schwer, dass er mehrere Wochen ausfällt. Der frühe Wechsel tat dem Spiel von Leverkusen nicht gut, so dass in der erste Hälfte praktisch nichts mehr passierte. Im zweiten Durchgang schoss Bobby Wood den HSV in Führung. Ratlosigkeit in der BayArena, doch dann wechselte Roger Schmidt in der 72. Minute den Finnen Joel Pohjanpalo ein, was sich als Meisterleistung herausstellen sollte. Der junge Mann bolzte nämlich in den verbleibenden 20 Minuten den Ball dreimal ins hanseatische Tor. Finnisches Finish sozusagen!

Business as usual

Der FC Bayern reiste am Freitag nach Gelsenkirchen, um drei Punkte einzufahren. Der FC Bayern reiste am späten Freitag Abend wieder nach München mit drei Punkten in der Tasche. Dazwischen lag ein durchaus ansehnliches Spiel mit vielen Chancen für die Königsblauen. Doch je weiter der Zeiger auf der Uhr vorrückte, desto nervöser wurden die Schalker. Sie ahnten, dass es zu einem späten Siegtor der Bayern kommen könnte. So kam es dann auch: In der 81. vollstreckte Lewandowski, in der Nachspielzeit auch noch Kimmich. Also ein ganz normaler Ausflug …

Dass sich Wolfsburg und der FC Köln mit 0:0 getrennt haben, ist ebenfalls nicht weiter bemerkenswert, oder? Man muss jedoch erwähnen, dass Mario Gomez erstmals nach seiner Demission von den Bayern wieder in der Bundesliga gespielt hat. Doch offensichtlich muss er sich an sein froschgrünes Gewand erst noch gewöhnen.

Darf man das Hessen-Derby in dieser Langweiler-Kategorie führen? Wo es zwischen Darmstadt und der Frankfurter Eintracht doch immer so hitzig zugeht? Nun ja, das meiste Spektakel fand in dieser Partie eben auch wieder eher außerhalb des Spielfeldes statt – diesmal waren es vorwiegend die Fans der, durch ein „Schweinetor“ [sic!], siegreichen Lilien, die sich daneben benommen und Pyrotechnik in den Frankfurter Fanblock geworfen haben. Doch auch die Replik aus der Eintracht-Führungsetage war unglücklich: „Heute wurde die Saat fürs Rückspiel gelegt!“ Nun ja, nicht schön. Aber leider auch nix besonderes zwischen diesen beiden Vereinen.

Einen habe ich noch! Ingolstadt gegen Hertha. Die Hauptstädter dominierten die Bayern souverän und sicherten sich mit dem 2:0-Sieg den zweiten Tabellenplatz. Gut, dass Hertha oben in der Tabelle steht ist nicht vollkommen erwartbar (und wird sich bestimmt noch relativieren), aber sonst geht’s in Ordnung.

Morgen beginnt die Champions League-Saison und ich bin gespannt, welche Kategorien wir dann aufmachen müssen …

Servus, Basti!

Dreamteam

Seit ein paar Minuten läuft das erste Länderspiel der Nationalmannschaft nach der mittellustigen Euro2016. Finnland ist der „Gegner“ in diesem Freundschaftsspiel, doch großen Erkenntnisgewinn ewartet sich niemand. Im Fokus steht alleine Kapitän Bastian Schweinsteiger. Basti bestreitet heute sein letztes Spiel im deutschen Leibchen – es ist sein 121.! – und emotional war es bereits vor dem Anpfiff!

Servus Basti!

Minutenlang skandierten die Fans seinen Namen und der kurze Einspielfilm über seine phänomenale Karriere war der Dammbrecher schlechthin. Irgendwann konnte Bastian seine Tränen nicht mehr zurückhalten – ich übrigens auch nicht. Es war schön, gefühlig und eines Helden des Kalibers Schweinsteiger absolut würdig.

Das Spiel selbst ist bislang nicht der Rede wert, aber eine Erkenntnis bleibt: Bastian Schweinsteiger ist der beste Mittelfeldspieler der Welt! Zumindest war er es. Ganz sicher noch 2014, als er sich durch das Finale der WM gekämpft hatte …. hach. Jetzt gibt’s Freistoß und Schweini darf ran. Das war nix. Egal, er muss niemandem mehr etwas beweisen.

Gefühlte Wahrheit

Es gibt viele Menschen, die können meine Schwäche für Schweinsteiger nicht ganz nachvollziehen. All jenen möchte ich dringend die Lektüre meines Romans Gefühlte Wahrheit empfehlen. Dabei spielt zwar Fußball eine eher untergeordnete Rolle, aber Bastis Fußballkünste sind der zentrale Kitt zwischen den Protagonisten.

#bringbackschweini

Meine Initiative ist ja bislang leider ungehört verklungen. Ich hätte es schön gefunden, wenn der FC Bayern Bastian Schweinsteiger wieder von Manchester United zurückgekauft hätten und ihm einen ebenso ehrenvollen Abschied (über mindestens zwei Saisons!) geboten hätten, wie jetzt der DFB. Schweinsteiger hat so viel für den FC Bayern getan und hatte es einfach nicht verdient, sich wegen Pep Guardiola so unwillkommen zu fühlen, dass er letzte Saison auf die Insel gewechselt ist. Einfach nur traurig. Jetzt wird gemunkelt, dass er sein Glück in den USA suchen wird. Irgendwie unwürdig, oder?

Next Captain?

Die nächste große Frage lautet: Wer wird neuer Spielführer von #DieMannschaft? Topfavoriten auf den prestigeträchtigen Posten sind Manuel Neuer und Lieblingsnachbar Boateng. So sehr ich die beiden Herren schätze, an Schweini werden sie emotional nicht rankommen. Insofern: ich gönne es beiden! So lange nicht … nein, heute keine bösen Worte gegen verletzte Blassmänner.

Danke, Basti – für ALLES!

Saisonauftakt 2017/2017 – alles beim Alten in der Liga?

1. Spieltag

Die erste Spielrunde im DFB-Pokal war ja nur das Aufwärmtraining, doch seit Freitag läuft die Kugel auch im Liga-Alltag wieder. Und die spannende Frage lautet: Wie wird die Saison? Wird es nicht nur einen aufregenden Abstiegskampf geben und ein mitreißendes Rennen um die Spielberechtigung in der Königsklasse, sondern auch einen ernsthaften Konkurrenzkampf um die Meisterschaft?

Legt man den ersten Spieltag zu Grunde, ist die Antwort klar: Nein. Wird es nicht.

FC Bayern München – Werder Bremen: 6:0

Der Rekord-, Quradrupel- und Überhaupt-Meister-Meister empfängt zum Saisonauftakt seinen ehemaligen Angstgegner Werder Bremen. Das mit dem Angstgegner ist zugegebenerweise schon ein bisschen her, aber die Älteren werden sich noch gut an wirklich bissige Duelle erinnern, an deren Ende oft genug die Hanseaten als Sieger vom Platz gingen. Diesmal schienen sie jedoch den Münchnern den lauen Sommerarbend nicht versauen zu wollen und fanden praktisch gar nicht statt. Dagegen glänzte die Altherren-Combo von der Säbener Straße, entspannt gecoacht vom grauen Panther Ancelotti, und positionierte sich mit dem 6:0-Sieg (3 Treffer allein von Lewandowski) auf Tabellenplatz 1. Bin gespannt, ob es ein Start-Ziel-Sieg wird.

Ach ja, da Carlo Ancelotti so sehr auf reifere Spieler steht, könnte man doch dringend Bastian Schweinsteiger erlösen, oder? #bringbackschweini

1. FC Köln – Darmstadt 98: 2:0

Bei den Darmstädter Lilien ist zum Saisonauftakt kein Stein mehr auf dem anderen geblieben. Insgesamt 16 Neue gibt’s im Team – auch der Coach ist neu. Klares Saisonziel: überleben und idealerweise Klassenerhalt. Doch auch beim Effzeh gibt man sich betont entspannt und voller Understatement: „Eine Europa-League-Teilnahme 2020 wäre schön!“ – wird Trainer Peter Stöger zitiert. Das ist charmant, doch nach dem glatten 2:0-Sieg über sinnsuchende Darmstädter und aktuell Tabellenplatz 2, träumen die Fans schon jetzt von Meisterschaft und  Champions League. Dass die Partie zudem minutenlang wegen eines Gewitters unterbrochen war, ist das Sahnehäubchen für die Folklore-Fans. Das hat schließlich auch nicht jeder!

Eintracht Frankfurt – Schalke 04: 1:0

Bei den Königsblauen soll ja in dieser Saison alles anders werden. Vor allem: besser! Doch, ach, wie was?  „Hat der Ligabetrieb etwa schon angefangen? Aber wir sind noch noch gar nicht so richtig bereit! Und überhaupt, irgendwie kommt das jetzt alles so plötzlich. Mal abgesehen davon, dass es in der Commerzbank-Arena auch wirklich sehr, sehr, SEHR heiß war. Das packt man nicht so einfach. Ehrlich.“ Da muss man Verständnis haben, denke ich. Das ist voll okay, wenn das Team erst ungefähr in der 80. Minute den Spielbetrieb aufnimmt. Davor waren es nur die Eintracht-Spieler, die im 41 Grad heißen Glutofen alles gegeben und dabei mutmaßlich die beste Saisonleistung abgerufen haben – wie der Radiomoderator so frech kommentierte. „Fußballgott Alex Meier“ war sich seiner Verantwortung jedenfalls voll bewusst und sorgte mit seinem Treffer zum 1:0 schon früh für den Endstand. Dass ein Fanblock leer blieb, weil die die Ultras wegen der Ausschreitungen im Pokal gesperrt waren, hat zumindest den Spielern nicht den Nachmittag verdorben.

FC Ingolstadt – Hamburger Sportverein: 1:1

Wenn man den Radioreportern Glauben schenken durfte, macht es mehr Freude Komapatienten beim Atmen zuzusehen, als diese Partie zu kommentieren. Es war wohl vor allem eines: langweilig! Ideenlos, antriebslos, mutlos – so schlurften alle 22 Protagonisten über den Platz. Aber immerhin eine Top-Chancenverarbeitung. Die beiden Toren entsprachen wohl ziemlich exakt den einzigen Einschussmöglichkeiten. Insofern: Verdientes Remis für den Top-Aufsteiger der letzten Saison und dem Alltime-Dino.

FC Augsburg – FC Wolfsburg: 0:2

Ich fürchte, zu diesem Spiel könnte ich den gleichen Text wie gerade eben schreiben. Aufregung ist anders. Der einzige Unterschied ist, dass die Chancen in diesem Valium-Schocker ein wenig assymetrischer verteilt waren. Die beiden Tore fielen für Wolfsburg. Bas Dost, der sich am Sonntag Richtung Lissabon verabschiedet hat, bereitete in seinen letzten Bundesliga-Minuten das 1:0 für Didavi vor.

Borussia Dortmund – Mainz 05: 2:1

Diese Partie war bereits vor Anpfiff eine sonnenklare Sache, denn noch NIE hatten die Mainzer gegen Dortmund gewinnen können (nur einmal ein Remis rausgeholt). Keiner hielt es für möglich, dass es diesmal anders werden könnte. Weder die Mainzer, noch die Borussen. Fans wie Experten gingen von einem vergleichbaren Kantersieg aus, wie ihn die Münchner am Vorabend hingelegt haben. Und Star-Stürmer Aubameyang wollte am liebsten direkt in der ersten Partie seinen Torjäger-Konkurrenten Lewandowski (wir erinnern uns: 3 Tore gegen Werder) übertrumpfen. Es kam dann – natürlich! – anders als gedacht. Der BVB (ohne Götze und Reus … und ohne Worte meinerseits zu diesem Thema!) war die klar spielbestimmende Mannschaft, Aubameyang traf zweimal (wer nicht so gut im Rechnen ist, das ist ein Treffer weniger als von Lewandowski!), Mainz einmal (das hat sie wohl selbst am meisten überrascht). Unterm Strich bedeutet zwar auch ein 2:1-Sieg 3 Punkte in der Tabelle, aber gefühlt war’s eine Niederlage. Auweia.

Borussia Mönchengladbach – Bayer Leverkusen: 2:1

West-Derby. Duell zweier Champions League-Teilnehmer. Wenn das nicht heißen Hochglanz-Fußball verspricht, was dann? Heiß stimmt schon mal. Wie eigentlich überall am Samstag war es auch auf der Fohlenweide ziemlich hot. Schlecht war die Partie auch nicht – und durchaus knapp. Nachdem Gladbach lange in Führung lag, gelang Leverkusen ziemlich spät der Ausgleich, doch kurz vor Ende erlöste Stindl sein Team. Grund zur Sorge für die Werkself? Vermutlich nicht.

Hertha BSC – SC Freiburger: 2:1

Am Sonntag waren die Aufsteiger dran. Der Sportclub aus Freiburg durfte in der Hauptstadt nach einem Jahr Zweitklassigkeit mal wieder Erstliga-Luft schnuppern. Die war schwül-heiß und zäh – zumindest aus Sicht der Breisgauer. Aber auch für die Zuschauer gab’s lange wenig zu bestaunen. Nach über einer Stunde fiel das erste Tor für die Hertha. In der Nachspielzeit glich Freiburg aus, nur um Augenblicke später das Remis auch wieder zu versemmeln. Der erste kuriose Last-Minute-Sieg der Saison geht nach Berlin.

TSG Hoffenheim – Red Bull Leipzig: 2:2

Man war ja sehr gespannt, wie sich die roten Bullen aus Sachsen in der ersten Liga präsentieren würden. Fazit nach dem ersten Spieltag: Durchaus ebenbürtig. Zumindest mit einem Club wie Hoffenheim. Was allerdings keine ernsthaften Rückschlüsse auf die Ligatauglichkeit zulässt. Bleibt also abzuwarten, wie sich der Debütant noch entwickelt.

Abschiede – Neubeginne – Triumphe

Abschiede-Neubeginne-Triumphe

Eine Menge passiert auf dem Planeten Futbol in den letzten Wochen – und das (fast) ganz ohne Spielerfrauen-Betreuung. Doch die harte Zeit der Dürre ist hiermit vorbei – mit einer Rückschau über die wichtigsten Abschiede, Neubeginne und Triumphe.

Triumphe

Herzlichen Glückwunsch der Frauen-Nationalmannschaft zur olympischen Goldmedaille! Dieser fulminante Höhepunkt war gleichzeitig auch der Schlusspunkt von Langzeit-Trainerin Silvia Neid und etlichen Nationalspielerinnen. Da dürfen wir alle ziemlich gespannt sein, wie sich der Neuanfang gestalten wird. Für die Männer hat es leider nicht gereicht – trotz Finaleinzug. Im Elfmeterschießen war dann leider Schluss. Nils Petersen hat nach vier vorangegangenen Treffern verschossen – Neymar als letzter Schütze für Brasilien sorgte für einen Glückstaumel bei den Olympia-Gastgebern und für ein kleines Trostpflaster nach dem WM-Halbfinals-Trauma von vor zwei Jahren. Glückwunsch also für Olympia-Gold!

Abschiede

Silvia Neid hat sich verabschiedet, einige ihrer Spielerinnen auch, Horst Hrubesch ist als Coach der U21-Nationalmannschaft ebenfalls Geschichte. Doch zwei Abschiede in der letzten Zeit haben mich besonders berührt. Allen voran natürlich der von Bastian Schweinsteiger. Während der letzten zwölf Jahre (ja, er war ernsthaft schon 2004 dabei!) hat er die Nationalmannschaft von Fußball-Deutschland geprägt wie wenige vor ihm. Am Anfang noch mit schwarz lackierten Fingernägeln und wasserstoffblonden Haaren – zuletzt als souveräner Kämpfer und unumstrittener Leader. Mit Basti war die Nationalmannschaft einfach viel spezieller und aufregender – und ich spreche jetzt nicht von Aufregern im Sinne von Handspiel! Lustiger war sie dagegen durch Lukas Podolski, der nun ebenfalls das Handtuch geworfen hat. Während Basti schon lange nicht mehr Schweini sein wollte, hatte Lukas mit dem Poldi aus dem legendären Sommermärchen-Duo „Schweini & Poldi“ bis zum Schluss kein Problem. Dem Oberbayern und dem Herzenskölner ist jetzt noch zu wünschen, dass sie auch ihre Vereinskarrieren angemessen beenden dürfen. Mein geheimer Wunsch für Schweinsteiger ist ja immer noch eine Rückkehr zum FCB …

Neubeginne

Fällt euch was auf? Eigentlich ging es schon in den Absätzen Triumphe und Abschiede auch um Neubeginne. Daher beziehe ich mich jetzt mal konkret auf den Liga-Alltag. Am Freitag geht’s los mit dem Auftaktspiel FC Bayern München gegen Werder Bremen. Ob es den Fischköpfen gelingt, ihr peinliches Erstrundenausschneiden im DFB-Pokal (der ging schon letztes Wochenende los) auszumerzen? Wir werden sehen. Ansonsten bin ich besonders gespannt, wie sich Liga-Neuling Leipzig machen wird. Die roten Bullen mussten übrigens auch ein Debakel in der ersten Pokalrunde verschmerzen – pikanterweise ausgerechnet gegen Dynamo Dresden, was – es wundert kaum – mit diversen Ausschreitungen verbunden war. Überhaupt scheint es wieder einen Trend hin zu mehr Gewalt im Stadion zu geben – auch da sollte es dringend einen Neuanfang geben! Auf eine spannende und friedliche Saison!