Das Phantom der Liga

phantomschmerzen

Gibt es ein Fußball-Phantom?

Seid ihr auch so ratlos wie wir? Man weiß ja schon gar nicht mehr, worüber man schreiben soll – will man nicht in ein endloses Lamento einsteigen, wie langweilig und merkwürdig der teutonische Fußball derzeit ist. Doch es ist nicht schönzureden, irgendwie ist in der Bundesliga derzeit so richtig gepflegt der Wurm drin – und zwar überall. So dass man fast auf die Idee kommen könnte, ein übersinnliches Wesen treibt sein Unwesen. An Donald Trump kann es (hoffentlich) nicht liegen, aber ein Phantom scheint immer nicht mehr abwegig zu sein.

Pokal

Kleine Rückschau auf die Achtelfinal-Partien des DFB-Pokal-Wettbewerbs. Dort hat das Phantom sogar einen Namen. Es ist eine Dame heißt Lotte! Sportfreunde Lotte, um es zu präzisieren, und nein, Frauen spielen keine mit. Aber kernige Kerle, die reihenweise die Favoriten aus dem Wettbewerb kegeln (Bremen, Leverkusen) – jetzt hat es 1860 München getroffen. Da war die Überraschung vielleicht nicht ganz so groß. Im Viertelfinale gibt’s aber wieder einen dicken Brocken: der BVB (dazu gleich mehr, viel mehr) kommt zu Besuch und dem Vernehmen nach, fürchtet man sich in Dortmund jetzt schon.

Beim BVB läuft es ja überhaupt recht ungeschmeidig. Holprige Spiele, Stress mit den Fans (um es milde auszudrücken), einen wütenden Trainer und eine verunsicherte Mannschaft. Im Achtelfinale musste Schwarz-Gelb gegen die Hertha ran – und gewann mühsam und knapp im Elfmeterschießen.

Ansonsten sind weiter: FC Bayern (minimalistischer 1:0-Sieg über Wolfsburg), Eintracht Frankfurt (2:1 über Hannover), Schalke (4:1 gegen Sandhausen), Gladbach (2:0 über Fürth), Bielefeld (Elfmeterschießen gegen Walldorf) und der HSV (2:0 gegen den Effzeh). In zwei Wochen geht’s schon weiter mit den Viertelfinals.

Liga

In der Bundesliga ist das Phantom dagegen nicht so einfach auszumachen. Womöglich ist es auch nicht nur eines, sondern mehrere. Eines könnte „Problem-Fans“ heißen und vor allem in Dortmund spuken. Nachdem aggressive BVB-Ultras am 19. Spieltag Leipzig-Fans und Polizeibeamte attackiert und im Stadion charmanteste Banner über die Südtribüne gespannt haben, sollte es am Wochenende beim Auswärtsspiel in Darmstadt wieder richtig schön und gut werden. Ein Sieg war ohnehin eingeplant (Hallo, Darmstadt?! Einsames Tabellenschlusslicht, das dürfte doch wohl kein Problem sein!), doch es sollte auch stimmungsvoll und gefühlig werden. Nun ja, irgendwie war es das auch. Nachdem die Frankfurter Polizei lange vor dem Spiel 90 Prügel-Ultras aus dem Verkehr gezogen hat, war zumindest für den Frieden einigermaßen gesorgt. Und stimmungsvoll und gefühlig wurde es dann auch – für die Anhänger der Lilien. Darmstadt gewann die Partie mit 2:1, und sogar Thomas Tuchel sprach von einer verdienten Niederlage. Autsch. Ach ja, das Elend geht weiter, denn das Heimspiel gegen Wolfsburg müssen die Dortmunder ohne ihre Südkurve bestreiten. Wird sicher SEHR stimmungsvoll werden …

Ein weiteres Phantom könnte „Angst vor Erfolg“ heißen. Unbeeindruckt davon sind nur die Bayern, die zwar den schlechtesten Fußball seit Michael Ballacks aktiver Zeit im Verein spielen, aber effizient sind wie eh und je. 89 Minuten tun sie einfach gar nichts (doch, sie schonen sich aktiv für das kommende Champions League-Spiel), dann knallen sie den Gastgebern in Ingolstadt zwei Last-Minute-Tore rein – und sind jetzt wieder mit komfortablen sieben Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze.

Bei den Verfolgern läuft es nämlich gar nicht rund. Leipzig hat die Bullen durch Kälbchen ausgetauscht, die gegen den HSV (!!!) nichts auszurichten wussten und 0:3 verloren. Hoffenheim hätte die Chance gehabt, auf Tabellenplatz 3 zu springen, doch eine 1:2-Niederlage gegen Wolfsburg sprach dagegen. Auch Köln hätte auf Platz 3 hopsen können – doch der Effzeh unterlag Freiburg ebenfalls mit 1:2. So steht nach wie vor die Frankfurter Eintracht auf dem Champions League-Platz – trotz dem 0:3 gegen Leverkusen. Mannomann.

Mainz besiegt Augsburg mit 2:0, genau wie Schalke die Berliner Hertha (geschwächt vom Pokal-Krimi?) – und Werder unterliegt Gladbach mit 0:1 – und stürzt somit weiter ab. Phantome waren in diesen drei Begegnungen aber keine zu orten.

Champions League

Die Königsklasse war bislang ziemlich frei von Phantomen und Phantomschmerzen, doch ob dieser Lauf in den Achtelfinals anhält ist noch unklar. Morgen muss der BVB bei Benfica Lissabon ran – und zeigt sich optimistisch. Am Mittwoch empfängt der FC Bayern mal wieder Arsenal London. Leverkusen muss erst nächste Woche ran (gegen Atletico Madrid). Wir werden ein scharfes Auge auf mögliches Spukgeschehen werfen.

Carrie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *